Ein französischer Metzger aus Brie / ist ein Verächter der Schachtheorie. / Er meint, beim Spiel sei es besser / zu wetzen sein Schlachtermesser. Verloren hat er noch nie. (Heinrich Sasse)

Vergangene Woche berichtete ich bereits von Christian Hesses Buch Expeditionen in die Schachwelt. In einer der Expeditionen widmet sich Hesse der "Gamesmanship": "Das Wort beschreibt die Kunst, ein Spiel zu gewinnen, und zwar mit anderen Methoden als solchen, die auf überlegenen Fähigkeiten basieren, ohne jedoch dabei tatsächlich die Regeln zu brechen. Vielleicht ist ›Schlitzohrigkeit‹ eine brauchbare Übersetzung. Ziel ist es, eine Atmosphäre des Unwohlseins beim Gegner zu schaffen, die ihn anfälliger für Fehler macht: Ob man imaginäre Haare von des Gegners Seite entfernt (eine Karpowsche Spezialität), ob man am Abend vorher ausgiebig Knoblauch isst, ob man während der Partie die Schuhe auszieht, ob man den Gegner spöttisch anlächelt oder ungläubige Grimassen schneidet wie Kasparow, ob man sich hinter den Gegner stellt und ihm ins Genick starrt, der Mittel sind Legion".

Oder indem man wie Golubew als Weißer resigniert aufs Brett schaut und bereits das Wort "Aufgabe" aufs Partieformular schreibt. Doch als der sowjetische Großmeister Kotow siegesgewiss 1…Txf7 spielte, knallte Golubew einen siegbringenden Kracher aufs Brett, der nun seinerseits Kotow sofort aufgeben ließ. Was war's?

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 12:
Wie setzt Weiß am Zug im 15. Zug matt, wobei sich Bauern vier Mal in dieselbe Figur verwandeln, die schließlich matt setzt? Weiß muss vier von rechts nach links ablaufende Unterverwandlungen in einen Springer vornehmen, die sich dann jeweils opfern müssen, um Patt zu vermeiden und um die nächste Bauernumwandlung anzubahnen. Erst der 4. "Phönix-Springer" bricht in Richtung schwarzer König auf und sagt ihm Matt: 1.h7 gxh2 2.h8S g3 3.Sg6 fxg6 4.f7 g5 5.f8S g4 6.Se6 dxe6 7.d7 e5 8.d8S e4 9.Sc6 bxc6 10.bxc6 b5 11.c7 b4 12.c8S b3 13.Sd6 b2 14.Sf5 b1D 15.Sxg3 matt

Die Sammlung - Alle Spiele des Lebens im Überblick "