Wie können die grünen Oasen der Städte optimal genutzt werden? Diese Frage will eine aktuelle Diskussion klären. Künftig sollen Parks nicht nur Freizeitraum für Kinder, Drogendealer oder Hundehalter sein, sondern auch dem bewegungswilligen Senior wird jetzt eine Nische zugeteilt, deren vorläufige Bezeichnung "Seniorenspielplatz" wohl noch etwas despektierlich klingt. Es geht nicht darum, ältere Mitmenschen dort zum Spielen zu animieren, es sollen vielmehr in diesem Oldie-Corner altersadäquate Bewegungsgeräte bereitgestellt werden. Eine nicht ganz uneigennützige Idee. Mobile Senioren werden erst spät siech und sparen so dem Gesundheitssystem Geld. Senioren, die im öffentlichen Raum Sport betreiben, so denkt man vielleicht, sorgen auch für Unterhaltung bei anderen Parkbenützern. Man sieht sie bereits vor sich, die von Agenturen ausgearbeiteten Konzepte. Unter älteren Damen könnte bei einem handwerklichen Fünfkampf, der aus Stricken, Häkeln, Nähen, Klöppeln und Stopfen besteht, die Parksiegerin gekürt werden, deren Elaborate einer Obdachlosenvereinigung zur Verfügung gestellt werden. Während männliche graue Panther vielleicht im Ringkampf ihren Beserlpark-Champion ermitteln; der Eintrittspreis zu deren Freistilduellen wird der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen gewidmet. So entsteht eine sinnvolle Umverteilung. Der Generationenvertrag wird um eine menschliche Dimension ergänzt. In Summe lässt sich sogar von einer optimalen Seniorennutzung sprechen, die diese zwar kaufkräftige, aber bislang doch eher egoistische Bevölkerungsschicht erfolgreich resozialisiert."

Dieser Artikel wurde für die wöchentliche Österreich-Ausgabe der ZEIT geschrieben "

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