Die Kettensäge sieht so aus, als wäre sie vom Marktführer Stihl, der Duschkopf ist dem von Grohe zum Verwechseln ähnlich, und nur die Fachleute von Schaeffler können die Wälzlager von ihren eigenen Produkten unterscheiden hiesige Maschinen- und Anlagenbauer leiden vermehrt unter Markenpiraten. Selten beschränken sich die Piraten darauf, bloß die Verpackung oder das Erscheinungsbild zu kopieren. In fast zwei Dritteln der Fälle werden ganze Maschinen nachgebaut.

Mehr als fünf Milliarden Euro Schaden hätte die Branche im Jahr zu tragen, sagte Dieter Brucklacher, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), auf der Hannover Messe. Zwei Drittel der Unternehmen sind betroffen, und rund die Hälfte von ihnen wird auf Messen oder Ausstellungen auf das Problem aufmerksam. Auch in Hannover wurden schon Kataloge aus dem Verkehr gezogen, Plakate abgehängt und Maschinen abgedeckt oder gar abtransportiert.

Bei der Schaeffler-Gruppe, bekannt durch Kugellager der Marken FAG und INA, ist deshalb eine Anwältin mit nichts anderem beschäftigt, als die Messestände der Konkurrenz unauffällig nach Fälschungen zu durchforsten. Der Sägenhersteller Stihl setzt sogar Privatdetektive ein, die in China Verkäufer ausforschen und Fabrikhallen durchstöbern.

In der Volksrepublik entstehen nach Erkenntnis des VDMA drei Viertel der Plagiate. Und dort wird auch rund die Hälfte der kopierten Maschinen verkauft. Der Rest gelangt auf den Weltmarkt sehr zum Leidwesen der Hersteller im Westen.