Für einige Tiere ist der Zoo der letzte Ort, an dem sie überleben. Insgesamt 38 Tierarten werden in der Roten Liste der bedrohten Arten als »extinct in the wild« geführt; in der freien Natur existieren sie nicht mehr, im Zoo schon.

Manchmal sind nur wenige Vertreter einer Art übrig, vom Spix-Blauara zum Beispiel gibt es nur noch 60 Exemplare. Der Bestand der Papageien soll mit einem internationalen Zuchtbuch gesichert werden. Bei kleinen Populationen ist diese Koordination wichtig, um Inzucht zu vermeiden. Meist liegt die Verantwortung bei der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA).

Ist der Lebensraum der Tiere noch vorhanden, besteht Hoffnung, sie wieder auszuwildern. Für die Socorrotaube – benannt nach ihrer Heimat, einer Insel westlich von Mexiko – läuft so ein Programm zurzeit mit rund 200 Tieren. Einige andere Arten sind nach der Zucht im Zoo bereits wieder in ihrem Lebensraum angesiedelt worden: Der Wisent war 1925 in der Natur ausgestorben, doch in Zoos und bei privaten Haltern gab es noch 56 Tiere. Die Nachzucht funktionierte, heute leben mehr als 1.000 Wisente in Litauen, Weißrussland, Polen und der Ukraine in Freiheit. Auch in Deutschland soll das schwerste Landsäugetier Europas ausgewildert werden. Die letzten frei lebenden Kalifornischen Kondore fing man sogar ein, weil ihr Aussterben in der Wildbahn kurz bevorstand. Die Aktion war erfolgreich: Im Jahr 2005 lebten wieder 120 dieser Vögel in der Natur.

Bei anderen Tieren ist dieses Zuchtziel utopisch. So haben viele der rund 2.000 gefährdeten Amphibienarten schlicht ihren Lebensraum verloren. Zudem bedroht sie eine aggressive Pilzkrankheit. Die WAZA hat deswegen ihre Mitglieder aufgerufen, die Frösche, Kröten, Salamander und Lurche zu retten. Für viele der Tiere bedeutet das, dass sie nur in Gefangenschaft eine Zukunft haben – für immer oder zumindest für lange Zeit.

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