DIE ZEIT: Herr Kurtulus, Sie sind in Salzgitter aufgewachsen und seit den neunziger Jahren Schauspieler. Ab Herbst 2008 werden Sie der erste deutschtürkische Tatort-Kommissar sein, im Alter von 35 Jahren. Ist die Rolle für Sie Ehre oder Bürde?

Mehmet Kurtulus: Aus meiner Sicht ist es eine schauspielerische Herausforderung. Ich bin begeistert über die Anrufe der Journalisten, die sagen: Herr Kurtulus, Hamburg freut sich auf Sie. Auf der anderen Seite gibt es einen Wermutstropfen, weil man diesem Schritt nicht selbstverständlich begegnet. Der NDR trägt damit zur Integrationspolitik bei.

ZEIT: Nerven Sie solche Überlegungen?

Kurtulus: Sie sind Teil meiner Person. Natürlich trage ich Verantwortung, weil ich als Türke laut Hamburger Abendblatt im Allerheiligsten der ARD auftrete.

ZEIT: Spielen Sie alles, was das Drehbuch Ihnen vorschreibt?

Kurtulus: Die Arbeit beginnt früher. Momentan entwickle ich mit dem NDR die Rolle. Meine Mitarbeit haben wir in einem Exklusivvertrag festgehalten, was mir trotzdem erlaubt, meine Arbeit im Kino fortzuführen. Ich wünsche mir, dass der Kommissar sofort am Tatort zu sehen ist, vielleicht als Undercover-Ermittler dass man nicht erst die klassischen Wege vom Polizeirevier zum Ort des Verbrechens abfilmt.

ZEIT: Türkischen Schauspielern in Deutschland werden oft nur Rollen als Verbrecher oder Schläger angeboten.