»Machen Sie Kopfstand. Atmen Sie tief ein. Geben Sie sich Ihre Dosis Yoga.« Gerade flattert mir diese Anzeige, die für »Incredible India« wirbt, ins Haus. Fast ein Grund, dieses Land, dem ich längst verfallen bin, künftig zu meiden. BILD

Vieles spricht dafür, dass in Indien die Wiege des Schachs stand. Im ältesten indischen Historienroman Harshacharita wird der friedliebende König Sriharsha, der Anfang des 7. Jahrhunderts regierte, gepriesen: »Unter diesem Herrscher streiten nur die Bienen beim Sammeln des Taus, die einzigen abgeschnittenen Füße sind Versfüße, Heere kämpfen nur auf dem Schachbrett.«

Dennoch wurde Indien schachlich erst durch den Schnellschach-Weltmeister Viswanathan Anand aus einem tausendjährigen Schlaf geküsst. Allerorten sprießen Talente aus dem Boden, in kurzer Zeit wurde Indien (wieder) zu einer Weltmacht im Schach. Bei den Asienspielen im Scheichtum Qatar, bei denen im Gegensatz zu den klassischen Olympischen Spielen erstmals auch Schach eine anerkannte Wettkampfdisziplin war, siegte die indische Mannschaft (sogar ohne Anand) klar vor China und wurde bei der Heimkehr in schönster Weise »indisch« umjubelt. Fragen Sie Anand (er spricht deutsch!), wie es nach seinem WM-Sieg war!

Mit welcher Opferkombination eroberte der 21-jährige Pentala Harikrishna als Weißer am Zug mindestens die schwarze Dame des Chinesen Wang Yue? In der Partie kam es sogar zum Matt.

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 18:
Wie gewann Weiß am Zug ganz schnell? Nach 1.b5! drohte furchtbar 2.b6 matt. 1…b6 scheitert an der Springergabel 2.Sc6+ mit Damengewinn, 1…axb5 an 2.Sxb5+ Ka6 3.Ta8+. Schwarz versuchte noch 1…Lxd4 , gab aber nach dem Damenopfer 2.Dxd4+! auf, das Matt durch 2…Txd4 3.b6 ist unvermeidlich

Die Sammlung - Alle Spiele des Lebens im Überblick » BILD