Auf Bildern wirkt die Sonne wie eine flache Scheibe. Schuld daran ist ihre Atmosphäre, sie bietet keine Anhaltspunkte, um räumliche Tiefe einzuschätzen. Jetzt macht die Nasa-Mission Stereo (Solar Terrestrial Relations Observatory) die Sonne als Kugel sichtbar – mit der Methode, die auch Menschen beim räumlichen Sehen benutzen. Weil die Augen voneinander entfernt stehen, sehen sie Objekte aus unterschiedlichen Winkeln. Daraus leitet das Gehirn ein räumliches Bild ab. Die Nasa hat die Sonne ebenfalls aus zwei Winkeln fotografiert. Dazu wurden nacheinander zwei Sonden ausgeschickt. Aus ihren gleichzeitigen Aufnahmen können wir ein räumliches Bild erzeugen: Man hält die beiden Fotos in 30 bis 40 Zentimeter Entfernung und schaut entspannt durch sie hindurch. Nun sieht man jede Sonne doppelt – also insgesamt vier Sonnen. Stellt man die Augen so ein, dass die beiden mittleren aufeinanderliegen, entsteht der Eindruck einer gewölbten Oberfläche. Funktioniert das nicht, hilft es, ein Blatt Papier längs der Blickrichtung so zwischen die Augen zu halten, dass jedes nur das Bild auf seiner Seite sieht. Klicken Sie auf das Bild, um die Sonne als dreidimensionale Kugel zu sehen BILD