Warum die ZEIT ein Hochschulranking veröffentlicht – und was künftige Studenten aus ihm lernen können

Zum dritten Mal veröffentlicht die ZEIT das Hochschulranking des gemeinnützigen Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Mehr als dreißig Fächer wurden an fast allen deutschen Hochschulen von Studenten und Professoren beurteilt. Die Ergebnisse finden Sie im neuen ZEIT-Studienführer, der im Zeitschriftenhandel erhältlich ist, und im Internet unter www.zeit.de/hochschulranking. Auf diesen Seiten stellen wir die Rankings jener Fächer vor, die in diesem Jahr neu untersucht wurden.

Die ZEIT hat sich für das CHE-Ranking entschieden, weil es nicht nur der größte, sondern auch der seriöseste Hochschulvergleich ist. Mehr als 300000 Studenten und mehr als 31000 Professoren haben mittlerweile daran mitgewirkt. Bis zu 34 Kriterien pro Disziplin fließen in den Vergleich ein. In enger Zusammenarbeit mit Professoren aus den Fachdisziplinen wird es von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Zudem bürgen die Träger des CHE, die Bertelsmann Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz, für die Qualität des Rankings.

Auch ausländische Fachleute stellen der Untersuchung gute Noten aus. "Das vom CHE benutzte System zur Bewertung der Hochschulen ist vermutlich das beste verfügbare Modell in der Welt der Hochschulbildung", attestiert eine Studie der Vereinigung Europäischer Hochschulen. "Nicht weniger als brillant" sei das deutsche Ranking, befand im vergangenen Jahr das Educational Policy Institute, eine angesehene Denkfabrik für Bildungsfragen in Toronto. In einer Studie hatte das Institut 19 Uni-Ranglisten aus aller Welt verglichen.

Das CHE-Hochschulranking, das von der Deutschen Telekom Stiftung unterstützt wird, verzichtet auf Simplifizierungen. Bewusst wird keine Spitzenuniversität gekürt, stattdessen werden die Fachbereiche der verschiedenen Hochschulen miteinander verglichen. Das ist etwa für künftige Studenten aussagekräftiger, denn selbst gut beleumundete Universitäten können in einigen Fächern schlecht abschneiden. Bewusst werden auch die Bewertungen beispielsweise zur Qualität der Lehre und der Forschung nicht zu einem nichtssagenden Gesamtwert verwurstet.

Man muss also ein wenig Zeit investieren, um die einzelnen Ranking-Ergebnisse richtig einordnen zu können. Wer sich als Studieninteressent diese Zeit nimmt, der findet dann nicht die beste Uni, sondern diejenige, die zu ihm am besten passt. Der Wissenschaftsbegeisterte mag sich für eine Hochschule mit guten Werten in der Forschung entscheiden, wer einen schnellen Abschluss anstrebt, der wird sich von guten Werten in der Lehre beeindrucken lassen.

Natürlich sind Rankings nicht die ganze Wahrheit. Über die Aussagekraft des einen oder anderen Bewertungskriteriums kann man trefflich streiten. Und wer die Schuld an schlechten Leistungen trägt – ein unfähiger Professor oder eine sparwütige Landesregierung –, klären Rankings auch nicht. Aber sie schaffen eine ganz neue Transparenz und zerstören manches Vorurteil. In vielen Fällen etwa, das zeigt das CHE-Ranking, ist der gute Ruf einer Universität in der Forschung ein Gruß aus der Vergangenheit, während die aktuelle Forschungsleistung nur mittelmäßig ist.

Zudem verhelfen Hochschulrankings den Studenten zu neuer Macht: Als Preisrichter verteilen sie Noten zur Lehrsituation an ihrem Fachbereich und helfen damit ihren Nachfolgern bei der Studienplatzwahl. Weil Studenten mehr und mehr zu begehrten Gebührenzahlern werden, kommen die Hochschulen somit nicht mehr an einer besseren Betreuung der Studenten vorbei. Thomas Kerstan