Was fehlt Ihnen, Herr Schafhausen?

Die resolute Haushälterin, damit ich mich nicht mehr über Wäsche, Abwasch oder das Kochen streiten muss.

Was haben Sie als Kind gesammelt?

Kleine Bäumchen. Mindestens einmal in der Woche habe ich mit meinem Vater lange Spaziergänge, wahlweise am Rhein oder im Bergischen Land, unternommen. Das Ergebnis sind heute erwachsene Kastanien-, Eichen- und Ahornbäume im Garten meiner Eltern. Umringt von Gänseblümchenwiesen.

Ihr Sofabild?

Mangels Sofa wegen zu kleinen Wohnungen in zu vielen Städten im Moment gar keins. Das ändert sich aber gerade wieder und dann kommt demnächst eine schöne collagierte Mona Lisa von Isa Genzken drüber.

Der meistüberschätzte Künstler?

Da gibt es bei den Zeitgenossen ja sehr viele, aber ich will mich nicht unnötig unbeliebt machen. Zuallererst jedoch all jene, die für den Markt immer nur gleiches produzieren. Unschlagbar ist aber eindeutig Salvador Dali, da wurde mir schon als Kind immer nur schlecht.

Der meistunterschätzte Künstler?

Die Künstler, die ihr Werk konsequent weiterentwickeln, und zwar unabhängig von ihrem Erfolg auf dem Kunstmarkt und im Ausstellungsbetrieb. Die machen, was ihnen wichtig ist, ohne Zugeständnisse an irgendwelche Trends oder Kompromisse gegenüber den Erwartungshaltungen, die an sie herangetragen werden. Da der Markt ja immer wieder zu schnell und zu viel neues produziert, wünschte ich mir einige Künstler wesentlich populärer und das wären Eva Hesse, Dan Graham und Ad Reinhardt.

Ihr Traum-Museum?

Natürlich das große mit viel Geld, welches ich irgendwann einmal übernehmen werde, um dann eine populäre und alltägliche Debatte über den intellektuellen und gesellschaftlichen Wert von Kunst zu initiieren.

Nicolaus Schafhausen ist der Kurator des Deutschen Pavillons auf der diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig