Was dem FC Chelsea der Milliardär Roman Abramowitsch, ist dem deutschen Dorfclub der Millionär: Gleich zwei Amateurvereine haben in dieser Saison mit Hilfe reicher Mäzene den Aufstieg in die zweite Fußballbundesliga geschafft, der SV Wehen mit Unterstützung des Filterfabrikanten Heinz Hankammer, die TSG Hoffenheim dank des SAP-Mitgründers Dietmar Hopp. Schon früher gab es Clubs, die mit Hilfe von Gönnern Großes geleistet haben oder große Probleme bekamen:

SG Wattenscheid 09: Mehr als zwanzig Jahre lang spielte der Bochumer Fußballclub im Profifußball. Das lag nicht zuletzt am Engagement des Modeunternehmers Klaus Steilmann, der Präsident und Hauptsponsor des Vereines war. Von 1990 bis 1994 spielte Wattenscheid in der Bundesliga und schlug dort sogar den FC Bayern. Nach dem Abstieg aus der ersten Liga zog sich Steilmann zurück heute spielt Wattenscheid in der Oberliga Westfalen.

LR Ahlen: Als TuS und Blau-Weiß Ahlen vor elf Jahren fusionierten, gaben sie dem neuen Verein einen ungewöhnlichen Namen: Leichtathletik Rasensport Ahlen e.V. Der Grund: Präsident und Sponsor Helmut Spikker besaß damals die Kosmetikfirma LR International, LR war fortan auch das Vereinskürzel. Von 2000 bis 2006 spielten die Westfalen in der zweiten Bundesliga. Mit dem Abstieg im vergangenen Jahr beendete das mittlerweile weiterverkaufte Unternehmen die Zusammenarbeit. Auch die Vereinsführung reagierte. Der Club, der bis dahin LR (und davor TuS beziehungsweise Blau-Weiß) geheißen hatte, nannte sich fortan Rot-Weiß Ahlen.

Fortuna Köln: Unter Hans war er unbekannt, unter »Jean« hingegen eine Kölner Weltbekanntheit: der ehemalige Elektriker, Fußballer, Firmenbesitzer, Gastronom, Immobilienmakler Löring, der vor allem als Präsident der Kölner Fortuna von sich reden machte. In seiner Regentschaft (1967 bis 2001) stieg der Club von der Verbandsliga Mittelrhein bis in die Bundesliga auf und lieferte viele Kapriolen: In der Saison 1973/1974 etwa setzte sich Löring nach einer Trainerentlassung für drei Spiele selbst auf die Bank und holte keinen einzigen Punkt, womit er Fortuna nach nur einem Jahr zurück in die zweite Liga führte. Im Jahr 2001 musste der Club erstmals in die Insolvenz gehen, genau wie Löring selbst, dessen Rohrbauunternehmen Pleite machte. Vier Jahre später starb der Vereinspatriarch an Krebs.

Heute spielt Fortuna Köln wieder in der Verbandsliga Mittelrhein, an diesem Freitag beim FC Wegberg-Beeck.