Noch ist dort eine Brachfläche. Doch in wenigen Monaten will McDonald’s an der Kreuzberger Wrangelstraße Big Macs verkaufen. Dann wird das große M auch in jenem Berliner Stadtteil erstrah len, der bekannt ist für seine linke 1.-Mai- Randale. Hier blühte bisher der Ein zelhandel, Großketten wie Starbucks oder H&M gibt es kaum. Viele Anwoh ner sind wenig begeistert von dem neuen Nachbarn aus Amerika: An den Häuserwänden stehen erste Parolen wie "Weg mit McDreck", auf Internetseiten drohen anonyme User mit "Nun wissen wir ja, was am 1. Mai zu tun ist". Die Bürgerinitiative www.keinmcdoofinkreuzberg. de hat inzwischen fast 200 Mitglieder. Sie protestieren gegen leere Styroporschachteln auf den Straßen und Abgaswolken von Drive-through-Touristen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, der hier seinen Wahlkreis hat, sorgt sich um die Gesundheit der Kreuzberger Schüler. Doch in einer Gegend, in der sich an jeder Ecke die Pressfleischspieße drehen, klingen diese Argumente wie ein Vorwand. Es gehtwohl eher darum, dass viele den US-Multi nicht vor ihrer Haustür wollen, der Inbegriff der Globalisierung soll in ihrem Kiez nicht Fuß fassen. Gegen Burger an sich haben Kreuzberger aber nichts, die werden auch dort verkauft, keinesfalls nur vegan zwischen Bioweizenbrot. Aber eben nicht unterm großen M.