Lutz Paege, 48, Fernmeldetechniker bei der Telekom, machte mit einem offenen Brief an seinen Chef René Obermann auf sich aufmerksam. Darin warf er dem Vorstand Arroganz und Selbstherrlichkeit vor. Hier spricht er über den Telekom-Streik.

DIE ZEIT: 50000 Mitarbeiter sollen in eigenständige Gesellschaften ausgelagert werden und mehr arbeiten für weniger Geld. Hat Ihr Brief irgendwas bewirkt?

Lutz Paege: Immerhin hat René Obermann zurückgeschrieben. Die Zustimmung von Kollegen war so immens, dass er das nicht übergehen konnte. Plötzlich gab es eine Kommunikation von oben nach unten. Als ich den Brief im März schrieb, kannte ich die Umstrukturierungen nicht im Detail. Wären die moderater, würde es wohl keinen Streik geben.

ZEIT: Was ist so schlimm an einer 38Stunden-Woche?

Paege: Vor zwei Jahren haben wir, um Arbeitsplätze zu sichern, unseren Stundenlohn und die Arbeitszeit verringert, sodass wir am Monatsende sieben Prozent weniger Lohn bekommen. Anstatt noch mal zu kürzen, sollte man einen Teil der Dividende ins Unternehmen investieren. Aber der Aktionär geht offenbar vor.

ZEIT: Böse Zungen behaupten: Schon vor dem Streik kam man bei den Telekom-Servicenummern nicht durch

Paege: Ich verstehe den Unmut, aber vor Jahren wurden in den Callcentern massiv Stellen abgebaut. Und meist sind sie nicht mehr mit qualifizierten, sondern mit externen Leuten besetzt.