Die Interessenvertretung der Stadtwerke heißt Verband Kommunaler Unternehmen (VKU). Erstaunlich, dass eine Firma namens SYNECO GmbH & - Co. KG für den Aufruf verantwortlich zeichnet, mit dem sich 84 Bürgermeister Anfang der Woche in ganzseitigen Anzeigen gegen die Regeln wenden, mit denen die Bundesregierung die Betreiber von Stromnetzen zu einem effizienteren Netzbetrieb verpflichten will.

Tatsächlich ist die SYNECO als Energiedienstleister der Thüga-Gruppe gegründet worden und die wiederum ist Teil des E.on-Imperiums. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Stadtoberhäupter ihren Protest von E.on haben sponsern lassen.

Wirtschaftsminister Michael Glos will mit der Anreizregulierung für sinkende Strompreise sorgen. Eine entsprechende Verordnung soll in Kürze vom Kabinett beschlossen werden. Ohne das Plazet des Bundesrates kann sie aber nicht in Kraft treten. Deshalb wenden sich die Bürgermeister nun an die "Herren Ministerpräsidenten" mit dem Argument, "Tausende von Arbeitsplätzen würden vernichtet".

Auch der VKU kritisiert zwar den Plan von Glos. Von der Zeitungsanzeige distanziert sich der Verband allerdings. " Wir können nicht unterstützen, was im Prinzip von E.on finanziert wird", heißt es.