Trommeln gehört zum Geschäft. Es fehlten noch 210000 Lehrstellen für dieses Jahr, verkündete Anfang der Woche die Bundesagentur für Arbeit.

So wollte sie die Unternehmen animieren, weitere Ausbildungsplätze zu schaffen. Für den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, ist das "Panikmache".

Tatsächlich sagen die Frühjahrszahlen wenig darüber aus, wie viele Jugendliche im Herbst ohne Ausbildungsplatz dastehen werden. Denn sie beziehen sich nur auf Stellen und Bewerber, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. " Die meisten jungen Leute schreiben heute Initiativbewerbungen", sagt Hans Dietrich vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). " Es ist für uns jedes Jahr aufs Neue eine Überraschung, wie viele Verträge schließlich abgeschlossen wurden." Diesmal zeigt er sich aber zuversichtlich: "Das konjunkturelle Umfeld ist günstig."

Auch Reinhold Weiß, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), ist optimistisch. " Wir haben Rückenwind", sagt er. Schließlich gebe es einen engen Zusammenhang zwischen der Zahl der Ausbildungsplätze und der Beschäftigungsentwicklung: "Und die ist deutlich positiv." Allerdings werden mehr Lehrstellen dringend gebraucht. Zum einen beenden im Sommer weit mehr Jugendliche die Schule als 2006, zum anderen warten viele Absolventen früherer Jahrgänge immer noch auf einen Ausbildungsplatz. " Das sind Hunderttausende" sagt Weiß. " Der Anteil dieser Alt-Alt-Bewerber steigt, und es wird für sie zunehmend schwieriger, überhaupt noch unterzukommen." Um auch ihnen eine Chance zu geben, kann ein bisschen "Panikmache" nicht schaden.