Herzerfrischend, wie die jungen Menschen zwischen 17 und 25 Jahren auf die zahlreichen Missstände in unserer angeblichen Demokratie durch den Überfall auf den Bundestag hingewiesen haben! Sei es die Ausbeutung Afrikas, die unmögliche Vorherrschaft der Ökonomie unter dem Decknamen "Globalisierung", die schleichende Einführung der Gentechnik mit ihren verheerenden Folgen - das folgenlose Gerede über das Klima oder die Vereinbarkeit von politischem Mandat und Aufsichtsratstätigkeit, um nur einige Probleme hervorzuheben.

Die Politik ist seit Jahren ein Geschwafel und ein Einanderschlechtmachen. Der Sprung in den Bundestag sollte die gesamte Bevölkerung wachrütteln, damit sich das ganze System sehr bald nachhaltig ändert.

Ich, mit knapp 80 Jahren, hoffe, dass die Aktionen der jungen Leute Positives bewirken!

Elisabeth Wolfart, Hannover

Mich verwundert, dass man es mit einem Sprung in den Plenarsaal schon auf die Seite 2 der ZEIT schafft, und das mit einem inhaltlichen Angebot, das nichts Neues bietet. Dazu kommt, dass der Protest aus Sicht der Protagonisten aus tiefster Überzeugung und edelsten Zielen so getimt ist, dass die Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes nicht abreißt und das Studium an der London School of Economics pünktlich begonnen werden kann und damit wahrlich ein Protest für "gewisse Stunden" ist. Und dann folgt am Ende natürlich der obligatorische Rundumschlag auf die Parteien.

Doch auch die Gruppe "Geld oder Leben" sollte sich zur Rettung der Demokratie bewusst machen: Wenn wir Jungen nicht in Parteien aktiv werden, dann wird es in Zukunft niemanden mehr geben, der Entscheidungen dort fällen kann. Und dann ist die Frage nach der Entscheidungsfindung obsolet.

Als 21-Jähriger und zudem Mitglied einer Partei, die man einmal Volkspartei nannte, versichere ich Ihnen, dass auch mir das Träumen von einer besseren Welt nicht abhanden gekommen ist, auch wenn ich mich nicht von oben in den Plenarsaal stürze.