Viele schimpfen auf die Deutsche Bahn. Überspitzt gefragt: Ist der Service in der Wüste Gobi besser als in Göttingen?

In der Tendenz schon. Den besten Service findet man tatsächlich in Ländern, in denen man nicht damit rechnet. Die Busse in Iran waren zum Beispiel sehr komfortabel und auch pünktlich. Dagegen war meine Rückkehr höchst kompliziert. Von Österreich wollte ich mit der Bahn nach Hause fahren. In Innsbruck konnte mir aber niemand eine Fahrkarte bis Freiburg ausstellen. Ich konnte nur bis Lindau in Bayern lösen und somit kein Baden-Württemberg-Ticket kaufen. In Lindau nahm der Nahverkehrsautomat keine EC-Karten oder 50-Euro-Scheine, und einen Schalter gab es nicht mehr. Ich musste erst eine Brezel kaufen, damit ich Kleingeld hatte, um schließlich nach Hause zu kommen.

Welche öffentlichen Verkehrsmittel sind Ihnen die liebsten?

Sehr angenehm war die Bahn in Thailand. Da kam um 22 Uhr der Schlafwagenschaffner mit einer Matratze und Bettzeug. Er brachte einen Vorhang an und knipste sogar noch das Licht an. Da fühlte ich mich richtig gut behütet. Super sind auch die Semicama-Busse in Chile. Man hat ein richtiges Bett wie in der Business Class guter Fluggesellschaften. Außerdem wurde man nicht so mit Musik zugedröhnt wie in anderen Ländern. Stattdessen hingen Kopfhörer von der Decke. Originell war meine Tour mit der Kutsche entlang des Ayeyarwady-Flusses in Myanmar. Um dem Pferd bei der Hitze Wasser zu geben, nahm der Kutscher einen Schluck Wasser aus der Flasche und prustete das dem Tier ins Maul.

Wo kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht weiter?

Ich bin von Maine bis nach Kalifornien quer durch die USA mit dem Greyhound-Bus gefahren. Das geht. Aber als ich mit der Fähre in Bar Harbour in den USA ankam, da musste ich tatsächlich erst einmal laufen. Der ganze Ort besteht nur aus Luxushotels. Auf der Karte ist irgendwo außerhalb ein Campingplatz eingezeichnet. Aber es gibt ums Verrecken keinen Bus dorthin. Das wurde also eine lange Nachtwanderung. Was darüber hinaus überhaupt nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln ging, war Neufundland. Da musste ich trampen. Aber auf Tramper waren die Einheimischen eingestellt. Die sind teilweise 30, 40 Kilometer mit mir in die für sie falsche Richtung gefahren, um für mich einen Zeltplatz zu suchen. In den USA war ich dagegen auf Nebenstrecken richtig hilflos. Die Einheimischen haben immer gefragt: »Where is your car? «

Welche Etappe war am eindrucksvollsten?