Bremen

Vier Jahre ist es her, dass Ulrich Nußbaum sich in der Bremer Regierungspartei SPD richtig unbeliebt gemacht hat. Die Genossen hatten den parteilosen Unternehmer als designierten Finanzsenator der damaligen Großen Koalition zum Vorstellungstermin beim Landesvorstand der Partei bestellt jener aber hatte gerade einen wichtigeren Termin, die Opernfestspiele in Verona.

Nun ist Ulrich Nußbaum ein lernfähiger Mensch. " Ich habe das Gefühl, das politische System inzwischen durchschaut zu haben und die Fettnäpfchen zu kennen", sagt er selbstbewusst weshalb er in diesem Jahr, mittlerweile als designierter Wirtschafts- und Justizsenator der rot-grünen Koalition, sowohl die Opernfestspiele als auch den SPD-Landesparteitag eingeplant hatte.

Allein auch die SPD lernt dazu und bemühte sich auf ihre Weise, das belastete Verhältnis zu entkrampfen. Nun, da Personalentscheidungen zu treffen seien, schrieb der Bremer SPD-Landeschef und Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer dem parteilosen Senator, wäre es doch "ein gutes und wichtiges Signal", wenn Nußbaum sich zum Eintritt in die SPD entschließen könnte. Und um dieses Anliegen nicht allzu sehr im Ungefähren zu belassen, ergänzte der Parteichef: "Ein Beitrittsformular habe ich beigefügt."

So aber kann man einem Ulrich Nußbaum nicht kommen. Der wohlhabende Unternehmer ist Quereinsteiger, auf die Politik kann er verzichten, weshalb die Bremer Koalition nun einen anderen Wirtschaftssenator suchen muss. Er habe nie einen Hehl daraus gemacht, parteilos bleiben zu wollen, sagt Nußbaum. Eine Parteimitgliedschaft sei eben nichts für ihn. Er sei in keinem Verein "außer dem Tennisverein, der Kinder wegen". Selbst aus der Kirche sei er ausgetreten. Die "einfachen SPD-Mitglieder" hätten damit auch nie ein Problem gehabt. Nur ein Genosse habe einmal von ihm verlangt, in die Partei einzutreten "damit ich Sie duzen kann". Aber das, sagt Nußbaum, habe sich auch anders regeln lassen.