Ich wüsste gerne, welcher Scherzbold aus den Wörtern »nichtsdestoweniger« und »trotzdem« die Verballhornung »nichtsdestotrotz« gebildet hat. Sie ist komisch, komischer aber ist, dass niemand mehr ihre Komik zu bemerken scheint. » Zwar ist die Suppe lecker, trotzdem isst Kaspar sie nicht.« Das ist ein simpler, sauberer Satz. Er könnte ebenso gut lauten: »Zwar ist die Suppe lecker, nichtsdestoweniger isst Kaspar sie nicht.« Das sagt oder schreibt aber keiner, sondern Kaspars Trotz ist so groß, dass er die Suppe nichtsdestotrotz nicht isst. Der Bastard, ursprünglich ein Witz, ist in den normalen Sprachschatz eingewandert, und nur wer genau aufmerkt, hört ihn zuweilen vor sich hinkichern. Das Kichern wird immer leiser, und bald wird es verstummt sein. Keine Sprachkritik wird das ändern können. Nichtsdestotrotz ist ein Beispiel dafür, wie sich Fehlbildungen einschleichen und so lange verwendet werden, bis sie Usus und damit zur Regel geworden sind. Der Sprachpfleger gleicht hier einem Gärtner, der lange gegen ein bestimmtes Unkraut in seinem Blumenbeet kämpft, bis er am Ende eingestehen muss, dass es eigentlich ganz aparte Blüten treibt.