Es ist das erste Mal, dass ein Band der seit 1964 erscheinenden Bauwelt Fundamente ihren Erfinder zum Thema hat: Ulrich Conrads, jahrzehntelang Chefredakteur der Bauwelt und ihres einzigartigen Ablegers, der Stadtbauwelt, obendrein Gründer der noch ungewöhnlicheren Architektur-Kunst-Kultur-Zeitschrift Daidalos (1981 bis 1998), ein kritischer, souverän mittendrin und darüber stehender Journalist. Nun hat er siebzehn seiner unzähligen Aufsätze in diesem, dem 136. Band der Reihe versammelt. Sie handeln von der "wahren Architekturkritik", von Le Corbusiers Kirche in Ronchamp und von Hans Scharoun, von "Ordnung und Unordnung" in den Städten, von Trampelpfaden ebenso wie von Haussmanns Paris. Er weiß, dass es bei alldem "um ganz einfache Dinge" geht, etwa um "Gelegenheit und Chance der Identifikation" von Stadtbürgern wie Hausbewohnern oder: um die wohnliche Stadt. Er kümmert sich um "Mensch und Milieu", erkundet das "Neue Bauen" und die Allgegenwärtigkeit des Labyrinthischen. Man liest es mit großer Neugier.

Ulrich Conrads: Zeit des Labyrinths

Birkhäuser, Basel 2007 - 237 S., 24,90 Euro

Hans Dieter Schaal ist ein Architekt jedoch gründet sein Ruf nicht auf Häusern, Hallen, Städten von seiner Hand, sondern gleichsam auf ihrer metamorphischen wie metaphorischen Verwandlung in andere künstlerische Metiers: auf Bühnenbildern, Museen und Ausstellungen, Gedenkstätten und Parks. Alles dies resümiert der Autor in diesem schönen Buch. Spannend zu lesen! Und es verlockt dazu, die existierenden Orte und ihre Inszenierung aufzusuchen, die Museen vor allem und den unvergleichlichen Wieland-Park zu Biberach an der Riß.

Man kann auch sagen, der Leser sei zu Gedankenspaziergängen eingeladen, "um dahinterzukommen".

Hans Dieter Schaal: Global Museum

Edition Axel Menges, Stuttgart 2007 - 192 S., 78,- Euro