Wissen Sie, was Isaf bedeutet? Wofür OEF steht? Und was ist mit OMTL?

Nein, Sie kennen die Antwort nicht? Oder sagen wir: Sie sind sich nicht ganz sicher? Das ist nicht schlimm, denn die Mehrheit der Deutschen dürfte nicht wissen, was diese Kürzel bedeuten. Sicher, die meisten ahnen, dass sie etwas mit dem militärischen Einsatz in Afghanistan zu tun haben. Mehr aber auch nicht. Ist das Wissen der Deutschen über die Mission in Afghanistan tatsächlich beschränkt, dann ist das nicht ihre Schuld. Die Regierung hat jahrelang sorgfältig vermieden, darüber aufzuklären. Sie wollte keine schlafenden Hunde wecken. Irgendwie, dachte man wohl, würde man schon von Kritik verschont bleiben. Nun, diese Strategie ist völlig danebengegangen: 63 Prozent der Deutschen sind inzwischen für einen Abzug des Bundesheeres aus Afghanistan. Die schlafenden Hunde sind längst schon wach. Oskar Lafontaine und die Seinen bellen lauter denn je: Rückzug, Rückzug! Die Debatte über Afghanistan, das ist das Gute, kommt endlich in Gang.

Es ist nur natürlich, dass die SPD am stärksten unter Druck gerät. Sie ist Regierungspartei, selbst ernannte Friedenspartei und wird von Lafontaine gejagt, wo es nur geht. Heftig diskutiert man derzeit in der SPD darüber, wie man sich bei der im Herbst anstehenden Verlängerung der verschiedenen Afghanistan-Mandate verhalten soll.

Außer Frage steht, dass die SPD das Mandat für die International Security Assistance Force (Isaf) verlängern will. Dieses Mandat dient dazu, Sicherheit und Stabilität in Afghanistan zu gewährleisten, bis die afghanische Regierung dazu selbst in der Lage ist. Fraglich hingegen ist, ob man aus der von Amerikanern geführten Antiterrorkampagne, Operation Enduring Freedom (OEF), aussteigen soll.

Unklar bleibt, ob deutsche Ausbilder im Rahmen des Operational Monitoring and Liaison Team (OMTL) auch in den umkämpften Süden des Landes geschickt werden sollen. Und schließlich wird auch darüber diskutiert, ob die sechs Tornado-Kampfflugzeuge länger eingesetzt werden sollen, wie es die Nato von Deutschland fordert.

Allzu oft ist die Lage vor Ort aber undurchschaubar. Ein Beispiel nur: Wenn Fliegerbomben afghanische Zivilisten töten, finden nicht einmal die besten Rechercheure heraus, ob OEF verantwortlich ist (Amerikaner) oder Isaf (Amerikaner plus Verbündete). Darum muss das erste Gebot heißen: Transparenz. Man sollte erfahren, wer einen Befehl gegeben hat, der zum Tod Unschuldiger geführt hat. Wissen wir zum Beispiel, ob deutsche Tornados wirklich nur "Aufklärung" betreiben? Und dient "Aufklärung" nicht auch dazu, Bombenabwürfe vorzubereiten?

Transparenz bedeutet auch, dass die Regierung immer wieder das Afghanistan-Abc buchstabieren muss. Und das geht so: Die Nato ist in Afghanistan, weil dort die Anschläge vom 11. September geplant wurden.