DIE ZEIT: Sie sind der einflussreichste Archäologe, den es in Deutschland je gegeben hat.

Hermann Parzinger: Ach, das hört sich so absolutistisch an, dass es einen erschreckt. Als Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts hat man natürlich eine der höchsten Positionen inne, die man im Land als Archäologe erreichen kann.

ZEIT: Im kommenden Frühjahr steigen Sie noch höher, höher als je ein Kollege zuvor.

Parzinger: Da die Stiftung Preußischer Kulturbesitz noch nie von einem Archäologen geleitet wurde, mag das so aussehen. Damit handelt es sich für mich auch zum ersten Mal um ein Amt außerhalb meiner Wissenschaft im engeren Sinn, das aufgrund seiner kulturpolitischen Bedeutung schon etwas ganz Besonderes ist.

ZEIT: Und Sie sind dort der erste richtige Wissenschaftler. Der erste, der aus der Steppe kommt.

Parzinger: Und wohl auch einer, der zeitweise wieder dorthin zurückkehren wird.

ZEIT: Sie haben das DAI mal als Global Player bezeichnet. Ist die Archäologie zu einem weltumspannenden Business geworden?

Parzinger: Als das Auswärtige Amt, zu dessen Geschäftsbereich wir gehören, uns als Global Player bezeichnete, hat uns das sehr gefreut.

Der Begriff war als Wertschätzung gemeint. Ich benutze ihn gern. Das DAI ist schließlich heute weltweit tätig und spielt dabei eine wichtige Rolle in der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands.