So idyllisch, wie auf diesem Foto inszeniert, ging es keineswegs überall zu in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Aufgenommen wurde das Bild von einem Fotografen der österreichisch-ungarischen Armee im Sommer 1915 an der ostgalizischen Front eine von 33000 Aufnahmen, die im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt werden. Eine Auswahl präsentiert nun der österreichische Fotohistoriker Anton Holzer in einem eindrucksvollen Bild-Text-Band: Die andere Front (Fotografie und Propaganda im Ersten Weltkrieg - Primus Verlag, Darmstadt 2007, 368 S., 39,90 ). Das Buch erinnert daran, dass der Erste Weltkrieg auch der erste moderne Medienkrieg der Geschichte war. Die Aufnahmen der Kriegsreporter sollten ein geschöntes Bild der Wirklichkeit zeigen, doch bei genauerer Betrachtung erkennt man die Verheerungen, die der Krieg anrichtete. Sie entlarven das Idealbild des Schützengrabens als Gemeinschaft rauer, aber im Grunde gutherziger Männer als eine hohle Propagandaphrase.