Sie schlagen für Deutschland einen relativ niedrigen Mindestlohn von fünf bis sechs Euro pro Stunde vor und begründen dies damit, dass in Frankreich ein höherer Mindestlohn (8,44 Euro) zu der hohen Arbeitslosigkeit (9,3 Prozent in 2006) beigetragen habe. Dieses Argument überzeugt wenig. In Irland, Großbritannien oder in den Niederlanden sind die Mindestlöhne ähnlich hoch (Irland 8,30 Euro, Großbritannien 7,96 Euro, Niederlande 8,13 Euro), die Erwerbslosenquoten aber deutlich geringer (Irland 4,3 Prozent, Großbritannien 5,3 Prozent, Niederlande 3,9 Prozent). Die höhere Arbeitslosigkeit in Frankreich dürfte also andere Ursachen haben. Es spricht somit nichts dagegen, in Deutschland ebenfalls einen Mindestlohn von 8 Euro oder sogar etwas mehr einzuführen.

Siegmar Henkes, Hannover