Die gefährlichsten Männer Europas sind nicht die Linken um Lafontaine. Lafontaine war schon einmal gefährlichster Mann Europas, und es liegt im Wesen der Bedrohung, dass sie immer neu sein muss, sonst läuft die Gefahr Gefahr, wie ein guter Bekannter freundlich gegrüßt zu werden.

Davon ist Lafontaine freilich noch ein gutes Stück weit entfernt.

Heute geht die Bedrohung nicht von der Linken, sondern von verschworenen Gruppen aus, die durch einen geistig verkapselten Fundamentalismus zusammengehalten werden, also von Ärzten, Lokführern, Fluglotsen und Franzosen.

In Großbritannien schlug ärztliche Moral durch einen Zusatz von Religion in Gemeinheit um, Lokführer und Fluglotsen hängen in finanziellen Krisenzeiten plötzlich einer kaum weniger gemeinen Ideologie der Entschleunigung an, während die Franzosen in ihrem merkantilistischen Dauerwahn den Euro einweichen und sich zu einer europäischen "Wirtschaftsregierung" aufschwingen wollen. Gut, dass es die Deutschen gibt.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages lernen jetzt vom Bundesverfassungsgericht, Wirtschaft und Regierung streng zu trennen.

Sie sollen ihren Kopf und ihr Portemonnaie für ihren Hauptjob freihalten. Gysi und Lafontaine streichen währenddessen als "Publizisten" mehrere Tausend Euro im Monat ein. Der Grüne Christian Ströbele, lesen wir weiter, kassiert stillvergnügt die Tantiemen aus der legendären 54-er-WM-Reportage seines Onkels Herbert Zimmermann.

Irgendwo auf der Welt drückt jemand einen Knopf, dann brüllt Onkel Herbert "Auuus, auuus!", und der Abgeordnete Ströbele kann sich wieder ein neues Mountainbike kaufen. Das sind so Nebeneinkünfte. Der Kulturindustrie entkommt eben niemand.