Der größte Witz sind die "vermögenswirksamen Leistungen". Umständlich, bürokratisch, sinnlos. Der Arbeitgeber legt für den Arbeitnehmer Geld an, bei einer Bausparkasse, einem Investmentfonds oder etwas Ähnlichem. Das Geld liegt sieben Jahre fest. Anschließend kann der Arbeitnehmer damit machen, was er will, zum Beispiel Urlaub. Das Ganze verursacht einen irren Papierkram. Es ist keine Methode, "clever zu sparen", wie die Stiftung Warentest meint, sondern eine ziemlich dusselige. Um welche Beträge es geht? Je nach Branche um 6,45 bis 40 Euro im Monat. Die Sparzulage vom Staat beträgt maximal 72 Euro im Jahr! Was daran vermögenswirksam sein soll, ist unerfindlich. Aber das Wort klingt gut.

"Deutschlandfonds" klingt auch gut. Den Namen hat sich Kurt Beck ausgedacht (oder einer, der für den SPD-Chef denkt). Die Grundidee: Die Arbeitnehmer sollen am Kapital der Wirtschaft beteiligt werden, aber nicht direkt, sondern über eine neuartige Kapitalsammelstelle.

Dorthin sollen die Beschäftigten Geld überweisen, damit der Fonds es im nächsten Schritt in den Unternehmen investieren kann. Dabei soll jedes Unternehmen genau so viel Kapital bekommen, wie seine Beschäftigten dem Fonds vorher gegeben haben. Auf diese Weise sollen die Mitarbeiter an den Gewinnen der Firmen beteiligt werden, ohne ein Verlustrisiko zu haben. Das klingt ja noch recht einfach, ist aber in Wahrheit ungeheuer kompliziert.

Zu den kleineren Schwierigkeiten des Vorhabens gehört, dass die allermeisten Unternehmen in Deutschland keine Aktiengesellschaften sind, sondern Personengesellschaften, deren Anteile nicht zum Verkauf stehen, weil ihre Alleininhaber in aller Regel Alleininhaber bleiben möchten.

Das größere Problem steckt in der Frage, woher das Geld kommen soll.

Die SPD will ausdrücklich nicht, dass die Arbeitnehmer auf Lohn verzichten müssen, wenn sie eine Beteiligung eingeräumt bekommen. Die Beteiligung soll auch keine Lohnerhöhung ersetzen, sondern obendrauf kommen irgendwie und irgendwoher. Nun kann man aber von den Unternehmen nicht ernsthaft erwarten, dass sie sich stückchenweise an ihre Beschäftigten verschenken. Warum sollten sie? Diesen Verteilungskonflikt löst Kurt Beck nicht, indem er ihn einfach ignoriert.

Der SPD-Vorsitzende will den Deutschlandfonds mit neuen Steuervergünstigungen in Gang bringen. Das ist merkwürdig. Denn der Fiskus hat die Subventionen für das Arbeitnehmersparen vor drei Jahren gekürzt, nachdem das Roland Koch (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) vorgeschlagen hatten. Ein irrsinniges Hin und Her. Gerade hat die Große Koalition zudem beschlossen, Kapitalbeteiligungen für Arbeitnehmer und andere Anleger dadurch unattraktiver zu machen, dass ab 2009 nicht nur die Dividenden, sondern auch Kursgewinne der Aktien versteuert werden müssen. Den Sparerfreibetrag hat Schwarz-Rot halbiert, seit Anfang dieses Jahres werden nur noch Kapitalerträge von 750 Euro im Jahr verschont.