Unbeschadet seiner alten Bedeutung als Partizip (zu dem verschwundenen Wort beschaden), ist das Wort unbeschadet lange Zeit als Präposition verstanden worden. Sie zieht den Genitiv nach sich, so wie eingedenk.

"Eingedenk seiner früheren Verdienste und unbeschadet seiner jüngsten Verfehlungen, wollen wir Gnade vor Recht ergehen lassen." Immer öfter aber liest man, die Fahrgäste des Linienbusses hätten dessen Unfall unbeschadet überstanden. Eigentlich müsste man sagen, sie hätten ihn unbeschädigt überstanden. Das klingt aber deplatziert, weil man den Blechschaden des Busses und den Schreck der Fahrgäste nicht auf eine Stufe stellen will. Das Wort beschädigen ist für Sachen besser geeignet als für Menschen. Dem Dilemma könnte man entgehen, indem man sagt, die Fahrgäste hätten den Unfall unversehrt überstanden. Das Wort allerdings kommt nur noch in dem seinerseits selten gewordenen Kriegsversehrten vor. " Die Wahrheit wird versehrt", zitiert der Duden den Dichter Albrecht Goes, der ein Theologe war und gegen die Nazis Widerstand geleistet hat. Versehren gehört in das Buch der aussterbenden Wörter. Wer sie sammelt, hat viel zu tun.