DIE ZEIT: Herr Minister, Handy- und Internetverbot, Strafbarkeit der Verschwörung, Diskussion um gezielte Tötung hat Sie der Wirbel um Ihre Vorschläge zur Terrorbekämpfung verwundert?

Wolfgang Schäuble: Es war vorhersehbar, dass es eine Debatte geben würde, obwohl zum Beispiel die Möglichkeit der Kommunikationsbeschränkung für bestimmte Personen schon längst geltendes Recht ist. Und ich frage mich natürlich, ob alle Beteiligten alles getan haben, um Missverständnisse zu vermeiden.

ZEIT: Der Bundespräsident hat sich öffentlich gefragt, wie die Leute Ihre Äußerungen verkraften sollen. Einen solchen Vorwurf vom Staatsoberhaupt an einen Minister hat es noch nie gegeben.

Schäuble: Das Amt des Bundespräsidenten erfordert von jedermann Zurückhaltung. Deswegen beteilige ich mich nicht an dieser Debatte.

ZEIT: Es gibt die sprichwörtliche Coolness der Briten. Was glauben Sie, wie wir Deutschen bei einem Terrorangriff reagieren würden?

Schäuble: Mir gefällt es, wenn der britische Premierminister Gordon Brown sagt: »Wir lassen uns in unserer Art zu leben nicht erschüttern.«

ZEIT: Nehmen wir die Terrorbedrohung nicht ernst genug? Muss man die Deutschen wachrütteln?