Rhineland Funding. Das klingt nach bodenständiger Finanzierung von Eigenheimen an den Rheinauen zwischen Bonn und Köln. Zumal ein Fonds dahintersteckt, der von der IKB Deutsche Industriebank betreut wird. »Eine konservative Mittelstandsbank, die die Gewinnerwartung der Anteilseigner immer erreicht, wenn nicht übertroffen hat«, beschreibt Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe den Ruf des Düsseldorfer Instituts. Vorbei. Die Manager der IKB Bank waren alles andere als bodenständig und haben Teile des 12,7 Milliarden Euro großen Fonds Rhineland Funding in hoch riskante Wertpapiere des US-Immobilienmarktes gesteckt. Meist ging es dabei um die Bündelung von Krediten oder um spekulative Derivate. Eine Strategie, die sich nun rächt.

Erst erwischte es zwei Hedgefonds, jetzt leidet die Düsseldorfer IKB

Schon seit Monaten ist in den USA der Markt für Immobilienkredite niedriger Bonität (Subprime) in der Krise. Viele Schuldner können die steigenden Zinsen für ihre Hausfinanzierung nicht mehr bezahlen. Wer verkaufen muss, tut dies oft mit Verlust, denn auch die Immobilienpreise brechen ein. Da die Banken lange Zeit sehr großzügig waren bei der Kreditvergabe, hat dies in den vergangenen Monaten Dutzende Institute in Probleme und einige Finanzmarktakteure in eine tiefe Krise gestürzt. So erwischte es zunächst zwei Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns. Jetzt ist die erste deutsche Bank in Schwierigkeiten.

Die Refinanzierung des Rhineland Funding »erschien gefährdet«, schrieb die IKB in einer Ad-hoc-Mitteilung am Montag. »Das ist ganz starker Tobak«, sagt Analyst Schlienkamp. Seine Bank hat noch vor einigen Wochen zum Kauf der IKB-Aktie geraten. Wer die Empfehlung befolgt hat, verlor am Montag 20 Prozent. So stark brach der Aktienkurs ein. Der starke Rückgang ist für Schlienkamp Indiz dafür, dass »niemand mit Problemen gerechnet hat«.

Wie auch – sie wurden so lange wie möglich verschwiegen. Der mittlerweile ausgeschiedene IKB-Vorstandssprecher Stefan Ortseifen hatte noch Ende Juni großspurig verkündet, dass man im Bereich strukturierte Finanzierung die erfolgreiche Internationalisierung fortsetzen wolle. Dabei hätte ihm schon damals klar sein müssen, welche Risiken die Bank bereits eingegangen war. Doch noch am 20. Juli sprach der Vorstand mit Blick auf die IKB-Engagements in den USA von »praktisch keinen Auswirkungen« auf das Bankengeschäft.