Als die Kommission für Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme unter Vorsitz des Wirtschaftsweisen Bert Rürup tagte, hatte sie den Anspruch, das bestehende System aus Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zukunftsfest zu machen: Welche Leistungen der gesetzlichen Rente lassen sich auch in 30 Jahren noch garantieren? Wo müsste der Staat nachbessern? Und an welcher Stelle müssen Bürger selbst mehr Verantwortung übernehmen? Sie kamen zu dem Schluss: Das Rentensystem soll weiter umlagefinanziert bleiben und darauf basieren, dass die Einzahlungen der Arbeitnehmer in die Rentenkasse sofort an die heutigen Rentner ausgezahlt werden. Um dieses Prinzip zu sichern, steigt die Altersgrenze für den Eintritt ins Rentnerdasein künftig von 65 auf 67 Jahre. Und: Privates Sparen fürs Alter muss staatlich gefördert werden, um die Bürger zu motivieren. Ein Weg ist die Basis- oder Rürup-Rente. Diese lohnt sich aber nicht für jeden.

Ein Angestellter, der 63.000 Euro pro Jahr verdient, zahlt 19,4 Prozent seines Bruttoeinkommens in die gesetzliche Kasse ein, gut 12.200 Euro. Von den 20.000 Euro, die er bei Rürup als Sonderausgaben absetzen kann, zieht er diesen Betrag ab. Bleiben knapp 7.800 Euro übrig, die auf die Rürup-Rente angerechnet werden. Von denen wiederum kann er aktuell nur 64 Prozent, also gerade einmal knapp 5.000 Euro, absetzen. Für Angestellte lohnt sich Rürup daher kaum.

Ein junger Selbstständiger kann alle Beiträge zur Rürup-Rente ab dem ersten Euro steuerlich absetzen – bis maximal 20.000 Euro, bei Verheirateten 40.000 Euro. Angerechnet werden davon 2007 aber nur 64 Prozent. Voraussetzung ist, dass kein Geld in die gesetzliche Rentenkasse oder ein Versorgungswerk fließt. Kompliziert wird es, wenn bei Paaren Selbstständige und Beamte oder Angestellte zusammen veranlagt werden. Im Alter wird die Rente nahezu komplett versteuert. Angenommen, die Rentenversicherung fährt eine Grundrendite von vier Prozent ein, wird daraus nach Berechnungen von Verbraucherschützern mit Rürup-Förderung eine Gesamtrendite von 4,3 bis 4,4 Prozent. Wer noch 30 oder 40 Jahre bis zur Rente hat, fährt mit Rürup unwesentlich besser als mit einer herkömmlichen Rentenversicherung. Unabhängig davon, wo sein derzeitiger Steuersatz liegt. Dafür ist die herkömmliche Police deutlich flexibler.

Bei älteren Selbstständigen ist das anders. Ein 55-Jähriger steht kurz vor der Rente und erwirtschaftet Gewinne. Er möchte kurzfristig Steuern sparen und seine Rente aufbessern – aus diesem Grund zahlt er fünf Jahre lang den Höchstbetrag von 20.000 Euro in die Rürup-Rente ein. Davon werden ihm derzeit 64 Prozent angerechnet, also 12800 Euro, und in fünf Jahren 74 Prozent, also 14.800 Euro. Bei Rentenbeginn 2012 versteuert er 64 Prozent seiner Rente. Seine Rendite durch Rürup liegt nach Berechnungen von Verbraucherschützern bei rund 7 Prozent. Je näher am Ruhestand und je höher der zu versteuernde Gewinn, desto eher lohnt das Rürup-Konzept. nao