Ach, der Wind. John Sherwood muss den Ball etwa 50 Yards schlagen, damit der auf dem Green zum Liegen käme. Aber der Wind. Er bläht die Knickerbockers des Golfers, sodass er für Sekunden aussieht wie ein Michelin-Männchen auf dem Fairway. Sherwood kneift die Augen zusammen.

Hoch in die Luft will er schlagen, das könnte klappen. Er zieht den Niblack-Schläger von 1930 aus seinem Golfsack, schwingt, mit einem satten Twock fliegt der Ball im steilen Bogen, tockt tatsächlich auf der kurz geschorenen Grünfläche auf und kullert in den Sandbunker.

John Sherwood würde jetzt gerne so etwas äußern, was man bei Comicfiguren mit einer Faust, einer Gewitterwolke und einem Totenkopf in der Sprechblase ausdrückt. Aber er lässt es, kaut lieber auf seiner Unterlippe. Ein Gentleman flucht ja nicht. Und wenigstens ein Gentleman möchte Sherwood jetzt sein. Denn dass er auch Champion wird, rückt mit jedem zusätzlichen Schlag weiter in die Ferne.

Was ist nur los? Zweimal hat der Brite die Weltmeisterschaft für sich entschieden. Da müsste er so ein Turnier wie die Schotten Hickory Challenge in Burford bei Oxford mit verbundenen Augen gewinnen. Und nun soll er wie ein Anfänger Bälle aus dem Sand fischen? Alle setzen auf ihn. Er ist unser Tiger Woods, hat einer vor dem Abschlag geflüstert.

Tiger Woods ist nicht der erste Vergleich, der einem einfällt, wenn man den Mann betrachtet, der sich nun leise grummelnd dem Sandbunker zuwendet. Sherwood hat ein mächtiges Doppelkinn, nur eine braune Krawatte deutet darauf hin, dass er einen Hals hat. Er trägt Schiebermütze, Bundhose und bis zu den Knien hochgezogene Strümpfe mit Rautenmuster. Und dann dieser Schläger: nicht aus Stahl, Titan oder Kohlenstoff, sondern aus Hickory, einem Holz ähnlich der Walnuss.

Daraus wurden Golfschläger bis in die dreißiger Jahre hinein gemacht.

Bis man zu den Wettkämpfen Klubs mit Stahlschaft zuließ und auch sonst alles schlechter wurde.