Das Schönste an diesem Cabrio ist das Klappdach. Warum dieses Faktum feiern, wenn doch das Verdeck das zentrale Merkmal eines solchen Fahrzeugs ist? Weil man, erstens, nicht mit Nippeln und Ösen, Haken und Laschen hantieren muss, um selbiges zu öffnen und zu schließen: Ein Knopfdruck und 25 Sekunden reichen aus. Diesen Trick beherrschen zwar schon andere Cabrios, aber es gibt noch zu viele, bei denen man aussteigen und einen kleinen Rundgang unternehmen oder im Kofferraum fummeln muss.

Zweitens bleibt der "Sarg-Effekt" aus. So manches Cabrio erzeugt wegen der schmalen Fenster das anheimelnde Ambiente eines gut abgedichteten Erdlochs. Nicht dieser Audi A4 mit seinen großen Glasfronten, in dem man auch bei Naturlicht die Karte konsultieren kann, wenn der Navi wieder einmal rätselhafte Befehle erteilt.

Drittens der Kofferraum: Der schrumpft anders als beim Stahldach-Cabrio nicht zum Handschuhfach zusammen; er bleibt, wie er ist, und zwar recht großzügig: eine ganze Herrenschirmlänge tief und ein Telefonbuch hoch. Ergo passt auch der Rollkoffer rein (es quietscht ein wenig beim Schieben, aber es geht).

Schließlich erfreut dieses Verdeck, weil gut gepolstert, mit seiner beruhigenden Isolierung. Auch bei 180 kann man noch zivilisiert miteinander plaudern oder Barbarinas leises Klagelied im Figaro hören. (Letzteres musste sein, weil die Fahrt zu den Salzburger Festspielen führte.) Offen ging es auch recht wohnzimmermäßig zu. Der Wind blieb draußen; bei 140 musste man nur die Baseball-Kappe (die im Cabrio bekanntlich Pflicht ist) etwas tiefer in die Stirn ziehen.

Das heißt, dass dieses Cabrio nicht nur für die übliche Tester-Prosa gut ist, die sich meist ums Cruisen dreht. Es ist ein voll autobahn- und alltagstaugliches Gefährt; sogar ein halbes Dutzend dieser riesigen Aldi-Tüten, prall gefüllt, passt in den Kofferraum, so lange man sie flach hineinlegt.

Auf der Autobahn poltert das Ding ein wenig über die Querrillen. Etwas heftig wird’s auf der zu Recht übel beleumdeten E45 von Ravenna nach Rom, die aber freundlicherweise keine Maut fordert. Ansonsten liegt dieser Audi tadellos auf der Straße, zumal in alpinen Kurven, wo Vierradantrieb und ESP das Quietschen der Räder sehr lange hinausschieben.