»Die künftige Außenpolitik wird vom festen Boden nationaler Interessen ausgehen statt von den Interessen einer illusorischen internationalen Gemeinschaft.«
US-Außenministerin Condoleezza Rice, »Foreign Affairs«, Januar/Februar 2000

»Großer Gott, steh uns bei!«
»Bild«, 12. 9. 2001, nach den Terroranschlägen in den USA

»Das Regime im Irak hat seit über einem Jahrzehnt im Geheimen Anthrax, Nervengas und atomare Waffen entwickelt… Staaten wie dieser … bilden eine Achse des Bösen.«
US-Präsident George W. Bush, 29. 1. 2002

»Es gibt Zeiten, in denen es nicht nur moralisch gerechtfertigt, sondern sogar geboten ist, den Krieg zu erwägen.«
Offener Brief von 58 amerikanischen Intellektuellen, unterzeichnet u. a. von Michael Walzer, Francis Fukuyama, Amitai Etzioni und Samuel Huntington, 12. 2. 2002

»(Im Fall einer US-Intervention) werden wir wieder deutsche Hausfrauen erleben, die ihren Dutt schnüren, sich bei Aldi einen Vorrat Reiseschokolade kaufen und dann nach Bagdad aufbrechen, um mit ihren fülligen Leibern den Diktator zu schützen.«
Henryk M. Broder, Publizist, »Die Welt«, 23. 2. 2002

»Die USA sollten im Irak einmarschieren… Die Alternativen sind nicht Krieg oder kein Krieg, sondern sofortiger oder späterer Krieg – Krieg ohne Nuklearwaffen oder Krieg mit ihnen.«
Kenneth M. Pollack, ehemaliger CIA-Analytiker und Sicherheitsberater der Regierung Clinton, »Foreign Affairs«, März/April 2002

»Wir sollten uns nicht länger vormachen, dass Amerika und Europäer die gleiche Weltsicht haben… In der Frage der Macht … gehen die amerikanischen und die europäischen Ansichten weit auseinander… Die einen stammen vom Mars, die anderen von der Venus.«
Robert Kagan, amerikanischer Politikwissenschaftler, ZEIT, 11. 7. 2002

»Wir werden nicht zögern, allein zu handeln und, falls nötig, unser Recht auf Selbstverteidigung präventiv ausüben.«
Nationale Sicherheitsstrategie der USA, September 2002

»Welche Art Welt wird das sein, in der die US-Regierung einen Blankoscheck bekommt, Bomben zu werfen, wo auch immer sie will?«
Offener Brief amerikanischer Künstler und Intellektueller, unterzeichnet u. a. von Robert Altman, Laurie Anderson, Noam Chomsky, Angela Davis, Jane Fonda und Pete Seeger, 21. 9. 2002

»Zur Zeit betreibt die irakische Regierung keinen Massenmord… Also gibt es keine Rechtfertigung für eine humanitäre Intervention.«
Michael Walzer, amerikanischer Philosoph, »FR«, 5. 10. 2002

»Am meisten erschüttert mich der Umstand, in welchem Ausmaß die Leute in Washington den bevorstehenden Krieg mit dem Irak als Teil eines Krieges gegen den Terrorismus ansehen.«
Timothy Garton Ash, britischer Historiker, »New York Times«, 12. 12. 2002

»Und die Amerikaner? Noch machen sie es richtig: Militäraufmarsch hier, diplomatische Kärrnerarbeit dort. Je mehr Staaten die USA und England davon überzeugen können, dass sie alle friedlichen Mittel ausgeschöpft haben, desto legitimer würde der Krieg sein. Gekämpft werden muss im Namen der Weltgemeinschaft, nicht im Dienst neoimperialer Muskelspiele. Wenig wäre gewonnen, wenn der Zerstörung nicht der Aufbau folgte. In einem Satz: Das Übel, das jeder Krieg erzeugt, darf nicht größer sein als das Übel, das er beseitigt.«
Josef Joffe, ZEIT, 23. 12. 2002

»Nein zum Krieg! Krieg ist niemals ein unabwendbares Schicksal. Er ist immer eine Niederlage der Menschheit.«
Papst Johannes Paul II., 13. 1. 2003

»Dieser drohende Krieg ist gewollt… Jedermann kann wissen oder ahnen, dass es ums Öl geht.«
Günter Grass, Literaturnobelpreisträger, dpa, 16. 1. 2003

»Wir stehen vor der Entwaffnung Saddams … und dem Versuch, die erste arabische Demokratie zu errichten.«
Jeff Gedmin, Berliner Aspen-Institut, »taz«, 18. 1. 2003

»Die religiöse Frömmelei, mit der US-Truppen in die Schlacht geschickt werden, ist vielleicht der ekelhafteste Aspekt dieses drohenden surrealen Krieges. Bush hat Gott im Schwitzkasten.«
John le Carré, britischer Autor, »Der Spiegel«, 20. 1. 2003

»Rechnet nicht damit, dass Deutschland einer den Krieg legitimierenden Resolution zustimmen wird!«
Gerhard Schröder, Bundeskanzler, Goslar, 21.1.2003

»Wenn Sie Europa meinen, dann denken Sie an Deutschland und Frankreich. Ich nicht. Ich denke, das ist das alte Europa.«
Donald Rumsfeld, US-Verteidigungsminister, 22.1.2003

»Alter Kontinent? Da muss ich lachen. Es ist die Bush-Regierung, die einen altertümlichen Krieg führen will.«
Paul Virilio, französischer Philosoph, »FAZ«, 24. 1. 2003

»Es ist eine merkwürdige Verkehrung der Fronten, wenn Rumsfeld … das neue Europa ›das alte‹ nennt. Er selbst verantwortet eine Sicherheitsdoktrin, die völkerrechtlichen Grundsätzen spottet. In der Kritik seiner europäischen Freunde begegnen ihm die preisgegebenen eigenen, die amerikanischen Ideale des 18. Jahrhunderts.«
Jürgen Habermas, »FAZ«, 24. 1. 2003

»Die amerikanische Politik hat immer auf Arroganz und die Verachtung der anderen gesetzt. Bisher waren es eher die armen Völker, die Gegenstand dieser Verachtung waren. Nun sind auch die Europäer Opfer dieses Mangels an Weitsicht und Respekt.«
Tahar Ben Jelloun, marokkanischer Schriftsteller, »FAZ«, 24. 1. 2003

»Was den Irak betrifft, bin ich mit Salman Rushdie einig: Das Land wird von einem Tyrannen beherrscht. Das Volk hat ein Recht darauf, von ihm befreit zu werden.«
André Glucksmann, französischer Publizist, »FAZ«, 24. 1. 2003

»Ohne Zweifel hat Saddam ein repressives Regime errichtet. Tatsache ist aber auch, das wir nicht das Recht haben, in ein beliebiges Land einzudringen und einen Regierungswechsel herbeizuführen. Das Recht, das sich die USA selbst zugestehen, ist imperiales Recht.«
Judith Butler, amerikanische Philosophin, ZEIT, 6. 2. 2003

»Die Anwendung von Waffengewalt gegen Saddams totalitäres Regime ist legal und notwendig. Saddam hat die Auflagen zur Entwaffnung aus der Resolution 687 des Sicherheitsrates nie erfüllt.«
Ruth Wedgwood, amerikanische Rechtswissenschaftlerin, ZEIT, 6. 2. 2003

»Die Logik imperialer Selbsterhaltung verlangt, dass das Irak-Problem einer Lösung zugeführt wird.«
Herfried Münkler, Politikwissenschaftler, »FR«, 12. 2. 2003

»Die Warnung vor einer Weltherrschaft der USA, die Stilisierung ihrer Politiker zu schießwütigen Cowboys… – das sind Elemente eines Diskurses, der anschlussfähig an rechtsextreme und antisemitische Denkmuster ist.«
Offener Brief an die deutsche Friedensbewegung, unterzeichnet u. a. von Lea Rosh, Ralph Giordano und Michael Wolfsohn, 17. 2. 2003

»Der Krieg gegen Saddam Husseins Regime wäre falsch, weil seine Menschenopfer unvermeidbar, seine Folgen unabsehbar, seine Kosten unabschätzbar und sein Verstoß gegen das Völkerrecht unbestreitbar wären… Der falsche Krieg droht in die Welt zurückzukehren. Europa kann ihn nicht mehr verhindern.«
Michael Naumann, ZEIT, 20. 2. 2003

»Als die Chancen auf einen Heil-Hitler-Frieden in Europa verloren waren, schrie Goebbels im Berliner Sportpalast: Wollt ihr den totalen Krieg? Und die hakenkreuzbraven Deutschen brüllten begeistert: Jaaaaaa!!!! Und nun? – Nur 60 Jahre später fragt in der Berliner Republik die gewählte Obrigkeit: Wollt ihr den totalen Frieden? Und die geläuterten Deutschen sagen von ganzem Herzen abermals: Jaaaaaa!!!!«
Wolf Biermann, »Spiegel«, 24. 2. 2003

»Es droht tausendfacher Tod von Unschuldigen. Es droht eine Radikalisierung der islamischen Welt.«
Aufruf von Schriftstellern und Intellektuellen, unterschrieben u. a. von Volker Braun, Jürgen Flimm, Günter Grass, Peter Rühmkorf, Martin Walser, 26. 2. 2003

»Wir, ehemalige Dissidenten Mitteleuropas, sind daran interessiert, dass es weniger Diktaturen auf der Erde gibt. Deshalb ist uns die aufgefrischte anti-imperialistische Propaganda … nicht sympathisch.«

György Konrad, ungarischer Schriftsteller, »FAZ«, 27. 2. 2003

»Die Generation, die heute Politik betreibt, ist mit Parolen wie ›Raus aus der Nato‹ und ›USA, SA, SS‹ aufgewachsen. Sie hat kein Bewusstsein für die Gefahr, mit der sie spielt.«
Dan Diner, Historiker, »Wirtschaftswoche«, 27. 2. 2003

»(Es ist) der grundsätzliche Charakter dieses Regimes, der mich von der Notwendigkeit einer Eindämmung durch eine Intervention überzeugt.«
Lord Ralf Dahrendorf, »Welt«, 3. 3. 2003

»Es ist schon grotesk, dass viele europäische Konservative dulden, dass ein paar ideologische Punks aus Amerika ihre Vergangenheit verunglimpfen.«
Norman Birnbaum, amerikanischer Soziologe, »taz«, 8. 3. 2003

»Wird ›Wetten, dass…?‹ abgesagt, wenn die Bomben fallen?«
»Bild«, 20. 3. 2003, zu Beginn der Irak-Invasion

»Man hat uns Deutsche oft gefragt, ob wir stolz seien auf unser Land… Ich kann sagen, dass mich die Ablehnung des jetzt begonnenen Präventivkrieges durch die Mehrheit der Bürger meines Landes ein wenig stolz auf Deutschland gemacht hat.«
Günter Grass am 21. 3. 2003 in Halle

»Amerika übt Vergeltung für die kollektive Verletzung, die ihm am 11. September 2001 widerfahren ist. Solange sie ungesühnt ist, verwischt sich die Unterscheidung zwischen Gut und Böse… Das Gesetz der Moralität fordert diese Unterscheidung ein, und niemand hilft ihm dabei besser als der Krieg, die Hoch-Zeit der Moral.«
Karl Otto Hondrich, Soziologe, »NZZ«, 22. 3. 2003

»Ich glaube immer noch, dass Bush Recht hat, wenn er sagt, dass es um den Irak und die Welt besser bestellt sein wird, wenn Saddam entwaffnet ist.«
Michael Ignatieff, kanadischer Politikwissenschaftler, »New York Times Magazine«, 23. 3. 2003

»Blut dringt ein«.
»Bild« , 24. 3. 2003

»Was mich um den Schlaf bringt, das sind Saddams chemische und biologische Waffen. Wir sind ganz sicher, dass er sie hat.«
Paul Wolfowitz, US-Vizeverteidigungsminister, »Newsweek«, 24. 3. 2003

»Wer befreit uns vor dem Glitzern in den Augen dieser amerikanischen Welterlöser?«
Ulrich Beck, Soziologe, »SZ«, 4. 4. 2003

»(Die Kriegsgegner wollen) die eigene moralische Überlegenheit herausstellen. Gerade für deutsche Friedensdemonstranten ist das von größter Bedeutung: Die Nachkommen der Massenmörder können sich darauf berufen, dass sie die einstigen Sieger moralisch besiegt haben. Endlich ist Schluss mit der Scheiß-Shoah.«
Leon de Winter, niederländischer Schriftsteller, »Welt«, 12. 4. 2003

»Fest steht, dass noch nie ein Krieg so wenige Opfer gefordert hat wieder dieser.«
Hans Magnus Enzensberger, Schriftsteller, »FAZ«, 15. 4. 2003

»Machen wir uns nichts vor: Die normative Autorität Amerikas liegt in Trümmern.«
Jürgen Habermas , »FAZ«, 17. 4. 2003

»Mission accomplished«
George W. Bush, 1. 5. 2003

»Die Wahrheit ist, dass wir uns … auf die eine Sache konzentriert haben, auf die sich alle einigen konnten – und das waren die Massenvernichtungsmittel als die zentrale Rechtfertigung (für den Irakkrieg).«
Paul Wolfowitz, »Vanity Fair«, 9. 5. 2003

»Glauben Sie nicht, dass ein Regime, das seinen Gegnern die Zunge herausreißt, um jeden Preis beseitigt werden musste, selbst wenn keine Massenvernichtungsmittel gefunden werden können?«
Adam Michnik , polnischer Autor, ZEIT, 28. 5. 2003

»Die Vereinigten Staaten versäumen, die beiden Regierungschefs abzulösen, die weltweit am meisten für die Ausbreitung des Terrorismus tun: Ariel Scharon und George W. Bush.«
Ivan Nagel , ehemaliger Intendant und Schriftsteller, »FAZ«, 5. 8. 2003

»Wer sich in der Region auskannte, für den stand fest, dass es ein Desaster werden würde.«
Anthony Zinni, ehemaliger Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, MSNBC, 25. 5. 2005

»Die Bush-Doktrin ist nur noch ein Trümmerhaufen.«
Francis Fukuyama, amerikanischer Politikwissenschaftler, »New York Times Magazine«, 19.2.2006

»Warum es ein Fehler war, für den Irakkrieg zu sein«.
Überschrift eines Artikels von Michael Ignatieff im »New York Times Magazine«, 5. 8. 2007