Auch außerhalb des Krankenhauses gibt es Versuche, die Aufgaben umzuverteilen. Im Modellprojekt Agnes entlasten seit 2005 Gemeindeschwestern Hausärzte. Sie machen Hausbesuche, nehmen die Krankengeschichte der Patienten auf, überwachen ihren Gesundheitszustand, beraten sie und koordinieren die Medikamenteneinnahme. Anders als ihre Vorbilder aus DDR-Zeiten sind sie nicht eigenständig tätig, sondern auf Anordnung eines Arztes.

»Das ist unterwürfig«, kritisiert Marie-Luise Müller, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. Krankenpfleger sollten einige Tätigkeiten dauerhaft übernehmen und eigenständig in Pflegepraxen arbeiten können. Auch Rezepte für Pflegebedarf und für Medikamente von chronisch Kranken sollten sie ausstellen können. »Die Pflege muss als Vertragspartner der gesetzlichen Krankenkassen anerkannt werden«, fordert sie.

»Das klassische Rezept muss dem Arzt vorbehalten bleiben, auch für Folgeverordnungen«, sagt dagegen Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Pflegemittel wie Windeln sollten die Pfleger aber selbst verordnen dürfen.

Studien aus dem Ausland zeigen, dass bei Umschichtungen in der ambulanten Versorgung die Qualität der Behandlung gleich blieb und die Zufriedenheit der Patienten stieg. Billiger wurde es meist nicht.