Planetenforscher haben derzeit Freude am Uranus. Der Gasriese zeigt uns eine Seite, die er nur alle 42 Jahre offenbart. Von der Erde aus schaut man exakt auf die Kante seiner Ringe. Der seltene Blick erlaubt Forschern, Dinge zu beobachten, die ihnen ansonsten verborgen sind. Normalerweise erkennen sie mit Teleskopen Ringe, die von Gesteinsbrocken bis zu einem Meter Größe gebildet werden. Feinstaubige Ringe dagegen sind fast unsichtbar. Nicht jedoch beim Blick auf die Kante. Dann senden die transparenten Ringe mehr Licht zur Erde. Forscher der Universität Berkeley observierten den Uranus jahrelang mit dem Teleskop Keck II auf Hawaii und verglichen die Bilder mit Aufnahmen, die die Raumsonde Voyager beim Vorbeiflug 1986 geschossen hat (Science, Bd. 317, S. 1106). Sie stellten fest, dass sich insbesondere die Staubringe – anders, als bislang vermutet – stetig verändern. Sie fanden Staub an Stellen, wo früher große Lücken klafften.