Die Rettung der Welt wäre beinahe am sowjetischen Fünfjahresplan gescheitert. Als sich die Unterhändler aus 67 Staaten im September 1987 in Montreals Konferenzzentrum fast geeinigt hatten, weltweit den Ausstoß der ozonzerstörenden Chemikalien zu halbieren, sperrte sich plötzlich der Delegierte aus Moskau. Erst in einer Kaffeepause abseits des offiziellen Programms erklärte er einem kleinen Kreis verblüffter Kollegen, er könne keiner Reduktion zustimmen, weil die sowjetischen Produktionsziffern bis 1990 festgelegt seien – und der Fünfjahresplan laut Verfassung nicht geändert werden dürfe. Das Problem lösten der Leiter der USDelegation, Richard Benedick, und der Leiter der Konferenz, Winfried Lang aus Österreich, beim Mittagessen. Auf einer Serviette des Tagungsrestaurants formulierten sie einen Absatz, der Ausnahmeklauseln für die UdSSR vorsah. Es war geschafft: Am 16. September 1987 wurde das Montreal-Protokoll angenommen.