Nicht nur die Politik, auch Stiftungen setzen auf Lehrer als Integrationshelfer. Als Pionier der Migrantenförderung hat sich die Hertie-Stiftung profiliert. Mit ihrem Start-Programm unterstützt sie begabte Schüler ausländischer Herkunft mit Geld und Seminaren. Als die knapp 500 Stipendiaten nach ihrem Berufswunsch gefragt wurden, sah so gut wie keiner seine Zukunft in einem Klassenraum.

Im kommenden Studienjahr wird die Stiftung deshalb ein neues Programm auflegen, das auf Lehramtsstudenten mit Migrationsgeschichte zugeschnitten ist. Das Stipendium soll den zukünftigen Pädagogen erlauben, sich ganz auf ihre Ausbildung zu konzentrieren. Zudem sorgt die Stiftung dafür, dass jeder der Geförderten über einen eigenen Computer und ein eigenes Zimmer verfügt – keine Selbstverständlichkeiten bei Studenten, die meistens aus sozial schwachen Familien stammen. Gleichzeitig bekommen die Stipendiaten Praktika vermittelt und Mentoren an die Seite gestellt – in der Regel erfahrene Lehrer. Das Programm startet aller Voraussicht nach in Berlin und Frankfurt am Main.

Eine Stufe vorher setzt die ZEIT-Stiftung an. Sie möchte angehende Abiturienten aus Einwandererfamilien für das Lehrerstudium begeistern. Auf einem sogenannten Schülercampus solle ihnen der Schuldienst als Chance präsentiert werden, »die interkulturelle Dimension von Bildung und Erziehung mitzugestalten«, sagt ZEIT-Stiftungsvorstand Markus Baumann. Das Pilotprojekt findet in Hamburg statt, eine Ausweitung auf andere Städte ist nicht ausgeschlossen. SPI