Von der Tagespresse über den Asta bis hin zur Hamburger Lokalpolitik, die meisten Kritiker sind sich einig: Ein "verheerendes Signal" und "erbarmungslos" sei das Vorgehen der Hamburger Universitätspräsidentin Monika Auweter-Kurtz, 1100 Studenten exmatrikulieren zu lassen.

Sie haben ihre Studiengebühren fürs Sommersemester nicht gezahlt, auch die Nachfrist verstreichen lassen. Erinnerungen an die Hamburger Hochschule für bildende Künste (HfbK) werden wach, die kürzlich aus ähnlichen Gründen die Hälfte ihrer Studenten vorläufig hinausgeworfen hatte.

Doch aller Empörung zum Trotz. An der Universität Hamburg hat es im Gegensatz zur HfbK keinen organisierten Boykott gegeben. Schon in den Vorjahren, also vor Einführung der Studiengebühren, ist eine ähnliche Zahl von Studenten exmatrikuliert worden, weil sie schlicht ihre Semestergebühren nicht gezahlt hatten.

Dafür gibt es viele Gründe: Erstsemester brechen ihr Studium ab, Langzeitstudenten geben auf. In den allermeisten Fällen ist es eine bewusste Abkehr von der Uni und hat mit den Studiengebühren nichts zu tun.

Natürlich klingt es in den Ohren der Studiengebühren-Gegner zynisch, wenn Auweter-Kurtz angesichts von 38000 eingeschriebenen Studenten von einer normalen Abbrecherquote spricht. Aber sie hat recht.

Wer die Exmatrikulationen als soziale Ungerechtigkeit durch Studiengebühren interpretiert, hat nicht verstanden, wie das System Universität funktioniert.