21. Juni
Ich bin auf dem Flughafen auf dem Weg nach La Paz, um einen Film zu drehen, auf Französisch, was ich nicht wirklich spreche. Vorher hab ich ein paar freie Tage. Ich hab Schiss, dass ich höhenkrank werde.

22. Juni
Mein erster Tag in La Paz. Wahnsinnig hellhörig, ich hab die ganze Straße mitgekriegt, die Hunde, die die Nacht durchgebellt haben. Ich habe einen Hauch Kopfschmerzen, die über Nacht gekommen und immer noch geblieben sind. Ich hab jetzt gerade eine Sauerstoffflasche in meinem Hotelzimmer stehen, das soll helfen, das hat mir der Regisseur geraten. Ich merke, wie ich atemlos werde beim Reden. Vielleicht geht es Menschen, die älter werden, genauso.

23. Juni
Ich hab heute alleine auf dem Spaziergang über den Hexenmarkt mehr als 300 Fotos geschossen, einfach weil ich das alles festhalten will, so wunderschöne Eindrücke, so fremd, aber auch warmherzig und nett. Ich find es überhaupt nicht angsteinflößend hier, sondern sehr einladend. Sah auch sehr viele Touristen, leider. Ich find das ja immer blöd, vor allem wenn man so weit wegfährt, und bums, überall sind Deutsche.

1. Juli
Mittlerweile hab ich auch angefangen zu drehen, hab mich akklimatisiert, hab keine Kopfschmerzen mehr gehabt. Die Augen brennen, weil das Licht auf fast 4000 Metern so intensiv ist. Selbst durch ’ne tolle Sonnenbrille hindurch verbrennt einem die Netzhaut. Es ist wahnsinnig staubig, und, was mir auch aufgefallen ist, Katalysatoren gibt es hier gar nicht. Wahnsinn, ich bin so weit von zu Hause weg, es ist so anders hier. Hilfe! Aber nicht weiter drüber nachdenken, weil ich sonst einen Heimwehflash bekomme.

10. Juli
Ich bin total krank, hab Wahnsinnshalsschmerzen. Hab gestern eine fette Penicillin-Spritze gekriegt, die überhaupt nichts genützt hat. Das kann an mir oder am Penicillin liegen, das weiß ich jetzt nicht.

18. Juli
Ich bin mittlerweile seit fünf Tagen in Buenos Aires und sitze gerade in meinem Wohnwagen, der völlig überhitzt ist, und zieh mich um zur Mittagspause. Die letzten zwei Tage war ich total krank, hab nur gekotzt und musste trotzdem arbeiten, weil wir 150 Statisten hatten. Eigentlich, hab ich echt gesagt, packe ich den Tag nicht, das ist total scheiße, wenn man sich so schlecht fühlt und nur kotzt bei jedem Schluck Wasser, den man trinkt, und dann noch eine Perücke aufhat. Die argentinischen Frauen im Team waren zum Glück total süß, die sind totale Glucken geworden und haben mich umarmt und meinen Rücken gerieben.