Zwar hat Schach in seiner wechselvollen, fast zweitausend Jahre alten Geschichte immer wieder, vor allem im Mittelalter, den Segen von oben, sprich der christlichen und islamischen Kirche, auch deshalb bekommen, weil es sich von den Glücksspielen unterscheide (ohne damit natürlich den Makel der Ablenkung von der Beschäftigung mit Gott tilgen zu können), doch andererseits wird gern, vor allem von "unglücklichen" Verlierern, vom Schach als Glücksspiel gesprochen. Man muss dabei gar nicht nur an WM-Kandidatenwettkämpfe (wie etwa Hübner-Smyslow in Velden) denken, die von Kasinos gesponsert und bei (schachlichem) Gleichstand durch die Roulettekugel entschieden wurden. Auch die Deutschen Ärzteschachmeisterschaften werden seit 15 Jahren immer in Kurorten mit Kasino ausgetragen, stets zu voller Zufriedenheit aller Beteiligten. Honni soit qui mal y pense.

Aber welcher Schachspieler hat im Fall einer Niederlage nicht schon, zumindest insgeheim, den schlechten Schlaf oder auch nur die unerklärlichen Wechselfälle des Schicksals als Grund herbeigezogen? So wie die lakonische Antwort des Telekom-Preisers Manfred Krug an einen enttäuschten Anleger: "Manchmal stehen die Aktien hoch, und manchmal stehen sie niedrich, ein Auf und Ab, grad wie beim Arsch vom alten Kaiser Friedrich", und im Übrigen könne er das Gejammere nicht mehr hören.

Solch Wehklagen kann ich mir bei Wolfgang Uhlmann nicht vorstellen, als er bei der Europamannschaftsmeisterschaft in seiner Heimatstadt Dresden gegen den Spanier Vargas Rodriguez als Weißer am Zug aufgab, weil er keine Verteidigung gegen das seinem König drohende Matt sah. Dabei hätte er selber sofort matt setzen oder zumindest Haus und Hof gewinnen können. Wie?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 36:
Schwarz kann durch geschickte Schachgebote die weißen Leichtfiguren zwingen, ihrem eigenen König lebensnotwendige Fluchtfelder zu nehmen: 1…Dg2+! 2.Kh4 Dh2+ 3.Lh3 Df2+ 4.Sg3 Dxf4+ 5.Lg4 Dxg4 matt