Ich weiß nicht, warum sich Menschen nachts ihr Handy unters Kopfkissen legen, noch dazu im Urlaub. Aber ein "Blitzmagnet" ist das Handy nicht. In ein eingeschaltetes Mobiltelefon schlägt der Blitz nicht mit größerer Wahrscheinlichkeit ein als in ein ausgeschaltetes. Die Vorstellung, er würde sozusagen "entlang der Radiowellen" verlaufen, ist irrig, und man kann diese Meldung guten Gewissens als Unfug bezeichnen. Die Frau wäre auch ohne Handy getroffen worden.

Der Blitz sucht sich meistens den höchsten Punkt in der Umgebung für seinen Einschlag aus, und der war mit Sicherheit nicht das Handy unter dem Kopfkissen. Allerdings können elektronische Geräte, die man am Körper trägt, die Wirkung eines Blitzeinschlags verschlimmern. So erlitt ein Jogger, den der Blitz traf, kürzlich schwere Verletzungen: Ein MP3-Player leitete den Stromstoß über die Kopfhörerkabel zu den Ohren des Läufers, beide Trommelfelle platzten, und die Kabel fügten ihm obendrein starke Verbrennungen auf der Haut zu. Christoph Drösser

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