Bei allen anderen hatten wir sie schon bewundert, die chromblitzende Hebelmaschine in der Küche, die nach dem Essen fauchend köstlichen Espresso bereitete. Fragte man dann, enthemmt vom Zucker, nach dem Anschaffungspreis, murmelte der Hausherr, man habe halt die Sondertilgung aussetzen müssen.

Wir konnten es kaum glauben, als wir von unserer neuen Bank so ein Gerät als Prämie bekamen. Na ja, der Bomann-Espressoautomat ES 1913 CB ist äußerlich etwas kleiner, etwas einfacher: reduzierte Retrooptik, kein Hebel, nur eine Druckanzeige, kein Chrom, stattdessen viel Kunststoff – aber wer sieht schon näher hin, wenn so eine Maschine ganz selbstverständlich in einer Küchenecke steht und wunderbaren Espresso liefert?

Kurz bevor der erste Besuch kam, entdeckte meine Liebste dann die "speziellen Sicherheitshinweise" in der Bedienungsanleitung. Erstens: Das Gerät muss, vermutlich des vielen Plastiks wegen, auf einer "hitzebeständigen" Unterlage stehen. Kein Problem, wir würden ein dickes Brotbrett zwischen Bomann und Arbeitsplatte legen. Zweitens: Das Gerät darf, zur Vermeidung eines "Hitzestaus", "nicht direkt unter einem Schrank" stehen. In unserer Küche hängen überall Oberschränke, mit Ausnahme des Luftraums über dem Esstisch. "Wir können die Maschine doch zum Espressomachen schnell auf den Tisch stellen und sie dann gleich wieder wegräumen", sagte ich.

"Aber sie wird doch offenbar fürchterlich heiß!", wandte meine Liebste ein.

"Topflappen", sagte ich schnell, "mit Topflappen geht das ganz einfach."

Drittens, las meine Liebste mit gerunzelter Stirn weiter vor, müsse man vor jedem Zubereiten den Wassertank völlig leeren, indem man das Gerät auf den Kopf stelle. "Auch das ist zu schaffen", sagte ich sehr pragmatisch, "dieser kleine Automat ist glücklicherweise sehr leicht. Stell dir vor, wir hätten ein so schweres Gerät wie Gabi und Ludwig!"

Meine Liebste zog die Augenbraue hoch und schwieg. Bis wir auf die Angabe stießen, welche Menge Espresso der Apparat zubereiten kann, bevor man den Tank wieder leeren und neu füllen muss: vier Portionen. Also zwei doppelte. Fast all unsere Freunde trinken doppelten Espresso, weil sich einer nicht lohnt. Wir auch.

"Wie soll das gehen?", fragte meine Liebste.

"Wieso?", wich ich aus.

"Willst du", fragte meine Liebste, "wenn wir einmal mehr als zwei große Espressi brauchen, dieses heiße, dampfende Höllenteil mit Topflappen in der Hand vom Tisch nehmen, zum Waschbecken tragen und es auf den Kopf stellen, um den Tank zu leeren?"

"Es gibt auch Topflappen in Handschuhform", fiel mir ein. "Außerdem können wir auch mal Grappa statt Espresso trinken. Dann reicht ein Durchgang, sofern wir nicht mehr als zwei Gäste haben."

"Aber", sagte meine Liebste verzweifelt, "heute kommen doch schon drei!"

Wir packten die Bomann ES 1913 CB wieder weg und servierten doppelten Grappa.