Der Papst brachte es auf den Punkt: Es mangelt uns an Kindern. Zwar ist Benedikt in diesem Punkt nicht unbedingt ein leuchtendes Vorbild, doch sind Sorgen bezüglich der demografischen Entwicklung durchaus berechtigt. Hinterhältige Angriffe unserer deutschen Nachbarn, die nur die Zeitung Österreich offen auszusprechen wagte ("Deutscher Kannibale tötet und isst Österreicher!") tun ihr Übriges. Dass Kannibalismus in Deutschland offenbar gängiges Brauchtum ist, weiß die Welt spätestens seit dem spektakulären Fall in Rotenburg, der als "Hessen-Essen" bekannt wurde. Der teutonische Versuch, nun sozusagen auswärts essen zu gehen, um wirtschaftlich überlegene Staaten zu dezimieren, kann nur als Angriff auf unsere ohnehin im Rückgang begriffene Population verstanden werden. Doch mitten in die trübe Septemberstimmung strahlte ein Hoffnungsschimmer: die Geburt eines Pandabärenbabys, das auf natürlichem Wege das Licht des Zoos in Schönbrunn erblickte. Ein Panda verbringt angeblich 55 Prozent seines Tages mit Fressen. Logisch, dass die Fortpflanzung hier etwas zu kurz kommen muss. Die rein vegetarische Kost scheint auch nicht sonderlich libidofördernd zu sein. Der Österreicher, eher als Allesfresser bekannt, weist aber sonst in puncto Arbeitseifer, Sexmüdigkeit und Fresssucht einige interessante Analogien zu dem herzigen Asienbären auf. Wir sind zwar noch weit entfernt davon, in einen Zoo gesperrt zu werden, um dort unter Aufsicht kleine Österreicherinnen und Österreicher in die Welt zu setzen. Es ist allerdings beruhigend, dass es bereits ein Worst-Case-Szenario gibt, das, wenn alle Appelle nichts nutzen, unser Aussterben verhindern wird.

Dieser Artikel wurde für die wöchentliche Österreich-Ausgabe der ZEIT geschrieben