Die Riester-Rente bringt in der Ansparphase zwar attraktive Zulagen – aber das Konzept hat auch einige Tücken. So sollten sich Sparer darüber im Klaren sein, dass maximal 30 Prozent des Riester-Guthabens bei Rentenbeginn sofort ausgezahlt werden dürfen. Der Rest muss in eine Leibrente umgewandelt werden. Wer beispielsweise für die Ablösung von Baudarlehen oder für den Kauf einer Immobilie flüssige Mittel braucht, sollte auf anderen Wegen zusätzliches Vermögen aufbauen.

Wenn der Sparer während der Ansparphase stirbt, dann kann das Guthaben ohne Verluste nur auf den Riester-Vertrag des Ehepartners übertragen werden oder allenfalls noch als Leibrente an kindergeldberechtigte Nachkommen ausgezahlt werden. Eine Übertragung an ältere Kinder führt dazu, dass alle bisher erhaltenen Zulagen wieder zurückgezahlt werden müssen.

Bis heute ist es dem Staat nicht gelungen, die Riester-Rente und die Altersvorsorge mit dem Eigenheim vernünftig zusammenzubringen. Zwar dürfen Häuslebauer bis zu 50.000 Euro aus einem bestehenden Riester-Vertrag entnehmen, wenn der Entnahmebetrag niedriger ist als das Deckungskapital. Doch wer es nicht schafft, bis zum 65. Lebensjahr den entnommenen Betrag wieder in monatlich gleichbleibenden Raten aufzufüllen, bekommt nachträglich sämtliche Zulagen wieder gestrichen. Für Bauherren ist es daher riskant, eine Finanzierung mit Riester-Guthaben zu planen.

In die Zulagenfalle tappen auch diejenigen, die mit dem Eintritt ins Rentenalter den Traum vom Lebensabend im sonnigen Süden realisieren wollen. Wer seinen Hauptwohnsitz ins Ausland verlegt, muss nämlich alle Zulagen und Steuervorteile aus der Einzahlungsphase zurückzahlen. Erfolgt der Umzug noch während der Sparphase, können die Rückzahlungen bis zum Auszahlungsbeginn gestundet werden. Dann jedoch behält der deutsche Fiskus von jeder Auszahlungsrate so lange 15 Prozent ein, bis die ganze einstige staatliche Förderung wieder zurückgezahlt ist. ham