Vergangenen Freitag starb der Fernsehregisseur Jürgen Roland im Alter von 81 Jahren in Hamburg. Berühmt wurde er bereits in den späten fünfziger Jahren mit der Krimireihe Stahlnetz, der VorgängerProduktion des Tatorts. Wolfgang Menge, 83, Drehbuchautor der Serie, erinnert sich an seinen Kollegen.

DIE ZEIT: Wie behalten Sie ihn in Erinnerung?

Wolfgang Menge: Er war ein gewaltiger, fröhlicher Mensch. Unsere Beziehung war freundschaftlich, auch wenn wir uns gelegentlich übers Honorar gezankt haben.

ZEIT: Er gehörte Ihrer Generation an.

Menge: Roland war wie alle Jungs damals anders als ich. Die meisten haben sich in der Hitlerjugend kennengelernt. Ich durfte nicht rein, meine Mutter war jüdisch. Wir teilten nicht dieselben Erfahrungen.

ZEIT: Sie haben bei 22 Folgen Stahlnetz zusammengearbeitet. Wie war er als Regisseur?

Menge: Er machte, was er wollte. Ich glaube, er war süchtig nach Erfolg. Ihm war es wichtig, dass sein Name in Verbindung mit Stahlnetz stand. Mir war das egal, weil ich noch andere Sachen machte – ich schrieb für Zeitungen und an Fernsehspielen.

ZEIT: Gab es persönliche Kontakte?

Menge: Wir haben uns ausgeholfen. Ich hatte damals ein Auto, er nicht. Dann fuhr ich ihn manchmal raus zu einer Schauspielerin-Freundin nach Bendestorf bei Hamburg.