Wenn Stefan Heine irgendwo in einem anderen Land aufsetzt, stürmt er am Flughafen sofort zumZeitschriftenkiosk und schlägt die Rätselhefte auf. Denn Heine weiß: In denen werden die wahren Erfolgsgeschichten des Lebens geschrieben.

Sudoku heißt eine davon, und sie begann mit einem neuseeländischen Richter, der nach einer Japanreise nicht mehr auf die Zahlen im Quadrat verzichten wollte. Er entwickelte ein Programm, bot die Rätsel der Times an – und ein paar Wochen später klingelte bei Heine in Hamburg das Telefon. Mensch Stefan, sagten Freunde aus London, komm her, die Leute in der Bahn lösen alle Sudokus!

Heine ist Rätselmacher. Einer der wenigen professionellen in Deutschland. 300 Millionen Mal werden seine Rätsel im Monat gedruckt. Heine, 38, kannte Sudoku bereits und hatte es schon 1998 als magisches Quadrat erfolglos im Programm. Also ging er nach London. Erst in den Flughafenkiosk, dann in einen Frühstücksladen; satt wurde er nicht: Die Gäste waren in Sudokus vertieft, die Kellnerin auch. Man brauche kein Wissen, nicht viel Zeit und könne sich steigern, sagt Heine, wenn er den Erfolg von Sudoku erklären soll.

Für die Deutsche Sudoku-Meisterschaft, die am Samstag in Gießen stattfindet, hat Heine 54 Rätsel entwickelt. Darunter viele neue Kombinationen, die er per Hand erstellt hat, weil es dafür noch keine Computerprogramme gibt.

Mit neuen Varianten zu überraschen ist das Schönste für einen Rätselmacher. "Man muss den Leuten vorher sagen, was für Abarten auf sie zukommen." Dinge wie Killer-Sudoku etwa, bei dem man nur die Summen kennt, die die Zahlen in zwei, drei, vier oder fünf Kästchen ergeben müssen.

Natürlich, sagt Heine, wird es auch normale Sudokus geben. Aber die werden in ein bis zwei Minuten geknackt.

Stefan Heine
Ausbildung:
BWL- und Jura-Studium ohne Abschluss
Jahresverdienst: 30.000 Euro (netto)
Arbeitszeit: 60 Stunden/Woche

Sudoku
Die Magie des Zahlengitters: Das verflixte Spiel von 3x9-mal 1 bis 9 "