Nur wenige Banken gewähren ausländischen Studenten Darlehen für ein Studium in Deutschland. Diese sehen sich gezwungen, nach anderen Lösungen zu suchen.

Man kann sagen, Deniz Uludag ist ein Musterbeispiel für Integration. Geboren und aufgewachsen in Mühlacker bei Pforzheim, Besuch der Realschule, Fachabitur am Berufskolleg, unbefristete Aufenthaltserlaubnis, große Pläne. "Ich spreche inzwischen besser Deutsch als Türkisch", sagt der 22-jährige Türke. Angela Merkel würde das gefallen.

Deniz Uludags Traumjob wäre es, in der Marketingabteilung eines Sportvereins zu arbeiten oder als Manager von Sportlern. "Ein Glücksfall" sei deshalb für ihn der Schwerpunkt Sportmanagement im Rahmen des BWL-Studiums an der privaten Fachhochschule SRH in Heidelberg: praxisorientierte Ausbildung, nur drei Jahre bis zum Diplom, danach gute Jobaussichten. "Genau das, was ich will", sagt Uludag. Aber: Pro Monat fallen 590 Euro Studiengebühren an – viel Geld für den Studenten, dessen Eltern als Angestellte eher wenig verdienen.

Uludag versuchte, einen Studienkredit bei der KfW Förderbank zu beantragen. Die Bankengruppe hieß früher Kreditanstalt für Wiederaufbau, sie gehört zu 80 Prozent dem Bund, 20 Prozent halten die Länder. Die KfW fördert mit zinsgünstigen Krediten unter anderem Studenten, und zwar unabhängig vom Einkommen und Vermögen ihrer Eltern.

Allerdings abhängig von der Staatsbürgerschaft, wie Deniz Uludag erfahren musste: Nur EU-Bürger seien antragsberechtigt, teilte ihm die Bank mit, es sei denn, seine Ehefrau besitze die deutsche Staatsbürgerschaft. Uludags Freundin besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, ihre Eltern sind Türken. "Soll ich sie jetzt heiraten, damit ich den Kredit bekomme?", scherzt er zu Hause, aber eigentlich ist er "geschockt".

Gegenüber der ZEIT erklärt die KfW, dass für den Studienkredit keine Gelder von Bund und Ländern zur Verfügung stünden; die KfW hafte in diesen Fällen allein. Um das Risiko gering zu halten und den günstigen Zinssatz von derzeit 6,29 Prozent zu ermöglichen, müsse man den Kredit auf Studenten aus EU-Ländern beschränken, "da bei diesen Ländern Verfahren im Falle eines Kreditversäumnisses eingespielt sind". Das bedeutet: Falls es Probleme bei der Rückzahlung des Kredites gibt, kommt die KfW in EU-Ländern eventuell leichter an ihr Geld.