Am Freitag schenkt Steve Jobs den Deutschen das iPhone. Besser gesagt: Er verkauft es ihnen. Der Apple-Chef und seine Partner bei T-Mobile haben sichergestellt, dass jeder Käufer des neuen Handys innerhalb der folgenden zwei Jahre mindestens 1.575 Euro dafür zahlen wird.

Das iPhone sieht schick aus, sein berührungsempfindlicher Bildschirm ist verlockend, das ganze Ding kommt wahnsinnig cool daher. Aber faszinierender ist, zu sehen, wie Apple den Kunden viel Geld abnimmt und sie gleichzeitig dankbar dafür sein lässt. Bis Weihnachten dürften etwa 100.000 iPhones verkauft werden. Ein Grund ist, dass das iPhone erstmals eine einigermaßen intuitive Bedienung ermöglicht. Den Graben zwischen Mensch und Maschine wusste Apple schon immer gut zu überbrücken.

Der fast schon religiöse Kult um Apple hat jedoch noch eine andere Ursache. Die Produkte der Firma waren stets rar, auch dank der eigenen Geschäftspolitik. Wer früher einen Apple-Computer kaufte, war Teil einer exklusiven Schar von Jüngern und konnte all jene belächeln, auf deren PCs die Software des Marktführers Microsoft lief. Nun aber ist Apple selber auf dem Weg zum Massenproduzenten – trotz der hohen Preise. Das Musikabspielgerät iPod ist bereits zum Symbol für alle MP3-Geräte dieser Art geworden. Das iPhone-Tamtam lässt bei Handys Ähnliches erwarten.

Für die Marke Apple ist dieser Erfolg nicht ganz ungefährlich. Ein exklusives Produkt für viel Geld zu verkaufen ist eine Sache. Ein Massenprodukt ungewöhnlich teuer anzubieten eine völlig andere. So gesehen, ist das iPhone zu kostspielig. Oder zu billig. Marcus Rohwetter