Energie ist eine explosive Angelegenheit. Ihre größte Sprengkraft entwickeln Kohle, Öl und Gas allerdings anders als vielfach gedacht. Sicher: Strom, Benzin und Heizstoffe sind teuer geworden. Das ist für den Einzelnen ärgerlich, sorgt für Unmut und alarmiert Politiker, die wiedergewählt werden wollen. Gefährlich für die ganze Erde ist aber etwas anderes: Der ungebremst wachsende weltweite Energiehunger droht den Planeten regelrecht auseinander fliegen zu lassen.

Das ist jetzt quasi amtlich, nachdem die Internationale Energie Agentur (IEA) ihren neuesten Weltenergieausblick präsentiert hat. Ganz nebenbei – und fast unbemerkt auf Seite 215 ihres Berichts – hat die hochmögende Behörde dabei ein Tabu verletzt, an das sich bisher nur notorische Nörgler wagten: Der westliche Lebensstil ist unhaltbar – weil er unmöglich vom Gros der Menschheit kopiert werden könnte, ohne dass die Klimakatastrophe Wirklichkeit wird.

Tag für Tag rückt diese näher, was allerdings nicht Schuld der bisher zu kurz Gekommenen ist. China und Co beanspruchen nämlich neuerdings nur, was die reichen Länder schon lange für sich in Anspruch nehmen: Energie nach Lust und Laune zu verbrennen. Dass China dabei zum größten Klimafrevler wird, liegt ausschließlich an der schieren Zahl seiner Bewohner.

Was folgt daraus? Energie muss noch teurer werden, auch wenn es wehtut. Das ist die unbequeme Wahrheit.