Mit deutschen Versicherern sind solche Geschäfte allerdings nicht zu machen, weil es hier nicht möglich ist, eigene Wertpapiere in den Mantel einzubringen. Deswegen bieten solche Produkte vor allem spezialisierte Anbieter in Liechtenstein und Luxemburg an. Für einen maßgeschneiderten Lebensversicherungsmantel müssen Anleger fünf bis zehn Millionen Euro berappen. Die Geldanlage erledigt ein Vermögensverwalter. Einige Anbieter bieten auch standardisierte Produkte an, in die Anleger ab 10000 Euro investieren können. Auch Edelmetalle, Edelsteine und Kunst fallen nicht unter die Abgeltungsteuer, sondern weiterhin nur der einjährigen Spekulationsfrist. »Abgesehen davon, kann ein kleines Investment in Gold oder Diamanten für schlechte Zeiten auch wirtschaftlich sinnvoll sein«, sagt Siemers von PWC.

Diamanten, ein Monet oder Lebensversicherungsmäntel – derlei Anlagen sind nichts für Normalverdiener. Für deren Altersvorsorge sind bestenfalls Rentenversicherungen eine Alternative. »Für Kleinanleger sind die Riester- und Rürup-Rente geeignet«, sagt Karl Braun, Geschäftsführer der ATS Allgemeine Treuhand Braun + Partner Steuerberatungsgesellschaft. Sie werden staatlich gefördert. Die Einzahlungen können steuerlich abgesetzt werden. Zwar sind die Auszahlungen im Rentenalter mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, doch Anleger können durch diese Steuerstundung gewinnen.

Sieht man von diesen kleinen Fluchten ab, füllt also die Masse die Kasse. Vermeiden können die Kleinanleger die Abgeltungsteuer aber, wenn sie sich bis Ende 2008 mit Wertpapieren eindecken. Warten sie die Spekulationsfrist ab, können sie die Kursgewinne steuerfrei auch nach 2009 realisieren.

Und trösten können sie sich mit einem Beschluss des Bundestages vom 8. November, der auch den Reichen zumindest einen Ausweg verschlossen hat. Bislang war es vermögenden Anlegern möglich, etwa in Luxemburg ihren eigenen Fonds zu gründen. Mit diesen »Millionärsfonds« hätten sie Wertpapiere auch in Zukunft an der Börse abgeltungsteuerfrei kaufen und verkaufen können, ganz wie sie wollten. Gewinne innerhalb des Fonds waren steuerfrei und sollten das bisher auch bleiben. Doch diesen Fluchtweg hat der Bundestag nun kurzerhand geschlossen – auch für die Millionärsfonds gilt nun die Abgeltungsteuer.