Wer heute ein zehnjähriges Kind hat, kann ihm sagen: "Bei deiner Geburt standen diese Mangrovenwälder noch." Jetzt sind sie abgeholzt, weltweit die Hälfte der Bäume, weil man im Brackwasser, in dem sie gedeihen, gut Fischzucht betreiben kann (daher die Reusen im unteren Bild), und das Holz wird zu Klopapier. Jetzt fehlt aber das Wurzelgeflecht, in dem die Fische sonst laichen, jetzt sind die Küsten vor Sturm und Erosion nicht mehr geschützt. Jetzt hat sich die Situation des ostbrasilianischen Staats Pará gründlich geändert. Das Buch des Umweltjournalisten Fred Pearce klärt die vergangenen, ökologisch desaströsen Jahrzehnte der Wirtschafts- und Kulturgeschichte auf, und zwar durch Bildpaare, immer nach demselben Muster: So war es früher – so ist es heute. Diese Bildpaare sind thematisch sortiert, in umweltbedingte Veränderungen, Verstädterungsprozesse, Eingriffe in die Natur, Naturgewalten, Kriege und Krisen, schließlich, jedem Urlauber unheimlich bekannt: Freizeit und Kultur. Wer Worten allein nicht traut, wird vielleicht seinen Augen trauen, es sind Bilder des Schreckens, die Fred Pearce zusammengetragen und kommentiert hat. Sie dokumentieren, auf andere Art als Kriegsbilder, wie der Mensch dem Menschen Gewalt antut. Die Natur, sagt Pearce, wird sich von uns schon wieder erholen. Wenn wir erst mal fort sind. EvT